Polizei veröffentlicht Fotos nach Fund von totem Säugling bei Fischbach

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Knapp ein Jahr nach dem Fund eines Säuglingsskeletts in einem Wald bei Fischbach (Landkreis Bautzen) ist das Schicksal des Babys noch weitgehend unklar. Mit einem Zeugenaufruf zu Beweismitteln hoffen die Ermittler nun auf Hinweise zur Aufklärung des Falls, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Görlitz am Donnerstag mitteilten. Darin sind einzelne Gegenstände vom Fundort samt Fotos veröffentlicht, die Zeugen, Nachbarn oder dem Umfeld der Eltern aufgefallen sein könnten, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Dazu gehören ein blauer Plastikeimer mit rotem Henkel samt "markanter Kerbe", ein schwarzer Müllsack, Kunststoffklammern, Textilreste, möglicherweise von Waschlappen oder Handtuch, und Etiketten.

Spaziergänger hatten den grausigen Fund am Abend des 26. September 2021 in dem Wald nahe der Bundesstraße 6 gemacht. In dem Müllsack befand sich der Eimer, und darin waren Skelettteile und Textilreste, wie die Polizeisprecherin sagte. Das Kind war nach bisherigen Erkenntnissen schon tot, als es in den Karlswald gebracht wurde. "Der Zeitpunkt des Ablegens stimmt nicht mit dem Todeszeitpunkt überein." Der Sack war nicht besonders versteckt, lag an einer befestigten Straße unweit einer Weggabelung. "Anscheinend musste es schnell gehen."

Wie lange er sich dort befand, ob Wochen oder Monate, könne nicht genau eingegrenzt werden. Zur Identität des Kindes - Alter, Geschlecht - werden bewusst keine Angaben gemacht. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Nach dem Fund war das Waldstück auch mit Spürhund und Drohne durchkämmt worden. Außerdem wurden zahlreiche Spuren gesichert und etwa 250 Menschen aus der nahen Kleingartenanlage befragt. Aber auch rund ein Dutzend Hinweise halfen bisher nicht, den Fall aufzuklären. Dabei soll auch dessen Ausstrahlung in der MDR Sendung Kripo live an diesem Sonntag (18. September) helfen. (dpa)