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Polizei stürmt Nazi-Vereinsheim in Markersdorf

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Das Innen­mi­nis­te­rium hat die rechts­ex­tremen Natio­nalen Sozia­listen Chemnitz verboten. In diesem Zusam­men­hang gab es am frühen Morgen eine Großrazzia in der Stadt. Die Polizei stürmte das Vereins­heim auf der Markers­dorfer Straße - schwer bewaff­nete Beamte sicherten das Grund­stück, im Haus wurde kisten­weise Beweis-Material gesichert. Ausserdem wurden mehrere Wohnungen der Neonazis durch­sucht. Die Ermitt­lungen konzen­trieren sich zunächst auf 14 Personen, die den Kern der verbo­teten Verei­ni­gung bilden. Sie hatten in der Vergan­gen­heit unter anderem auslän­der­feind­liche Kampa­gnen organi­siert. Die Verei­ni­gung sei verboten worden, weil sie sich nachweis­lich gegen die verfas­sungs­mä­ßige Ordnung richtete, erklärte Innen­mi­nister Markus Ulbig (CDU). Der Verein sei auf die Wieder­er­rich­tung eines Staates ausge­richtet gewesen, der im Wesen dem histo­ri­schen Natio­nal­so­zia­lismus entspricht. Dieses Selbst­ver­ständnis erfolgte in bewusster Abgren­zung zu jegli­chen Parteien und in klarer Gegner­schaft zu den Demokraten. Die Inhalte der öffent­lich wahrnehm­baren Kampa­gnen hätten der Tarnung des verfas­sungs­feind­li­chen Gedan­ken­guts gedient, das sich in fremden­feind­li­chen Aktionen und ihrem relati­vie­renden Geschichts­bild wider­spie­gele, sagte Ulbig. Die "Natio­nalen Sozia­listen Chemnitz" seien bei verschie­denen Veran­stal­tungen unter wechselndem Namen aufge­treten. Beim Gedenken an die Zerstö­rung von Chemnitz am 5. März hätten sie sich als "Inter­es­sen­ge­mein­schaft Chemnitzer Stadt­ge­schichte" präsen­tiert. Laut Innen­mi­nis­te­rium war die Kampagne "Raus in die Zukunft" das größtes Betäti­gungs­feld der Gruppie­rung. Sie habe dabei mehrere Kundge­bungen gegen die zentrale Einrich­tung zur Erstauf­nahme von Asylbe­wer­bern in Chemnitz organi­siert und gezielt Fremden­feind­lich­keit geschürt. "In den vergan­genen Monaten zeigte die Verei­ni­gung verstärkte Aktivi­täten, so dass ein schnelles Einschreiten notwendig war", teilte das Minis­te­rium mit.