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Einsatzkonzept der Polizei ist aufgegangen - Demofazit

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Am Samstagabend musste die Polizei in Dresden nochmals eingreifen, weil sich spontan mehrere Personen versammelten. Rund 50 Personen hatten sich auf dem Postplatz getroffen, darunter auch mutmaßliche Anhänger der „Querdenker“-Szene, teilte die Polizei mit. Auf dem Weg in die Innenstadt wurden sie von den Beamten gestoppt und flüchteten in verschiedene Richtungen. Zwei Männer im Alter von 35 und 51 Jahren wurden später festgenommen, gegen sie wird wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Auch gegen die anderen Teilnehmer werde ermittelt hieß es.

Bei der Protestaktion schlug ein 57-Jähriger laut Polizei mit einem Rucksack auf einen Journalisten ein. Gegen den Mann wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. In der Nacht habe es aber keine weiteren Vorfälle im Zusammenhang mit den verbotenen Versammlungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Die Polizei war am Samstag trotz der ausgesprochenen Versammlungsverbote und der Bestätigung des Versammlungsverbotes durch das Oberverwaltungsgericht mit einem Großaufgebot in Dresden unterwegs. Sowohl die Querdenken-Initiative als auch die AfD hatten Demonstrationen gegen die derzeitigen Corona-Regeln angemeldet.

Über 2.000 Polizisten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Kräfte der Bereitschafts- und Bundespolizei im Einsatz. 202 Verstöße gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung sind festgestellt worden. Dazu gab es mehr als 64 Platzverweise und auch sechs Ermittlungsverfahren gegen Personen mit gefälschten Gesundheitszeugnissen wurden eingeleitet.

Das Einsatzkonzept ging auf. Versammlungen in der Innenstadt wurden schnellstmöglich unterbunden. Insgesamt gestaltete sich die Lage in Dresden größtenteils ruhig.

Polizeipräsident Jörg Kubiessa teilte mit: „Unsere Einsatzidee ist aufgegangen. Wir haben den potentiellen Teilnehmern einer verbotenen Versammlung kaum Flächen gelassen, auf denen sich große Gruppen hätten sammeln können. Dafür verbauten wir beispielsweise knapp 2,5 Kilometer Gitter. Gleichzeitig sorgte unsere starke Präsenz dafür, dass wir immer nah dran waren. Somit prägten viele kleinere Gruppierungen den Einsatztag. Ihnen standen wir sprichwörtlich auf den Füßen, indem wir sie schnell ansprachen und letztlich wegschickten.“

Hier können Sie den Einsatz noch einmal nachlesen:

18:17 Uhr: Ticker Ende

17:40 Uhr: Bundespolizei zieht positives Fazit zu Einsatz

Die Bundespolizei hat bereits ein positives Fazit zum heutigen Versammlungsgeschehen gezogen. Mit ihrem Einsatz trugen die Beamten zu einer störungsfreien An- und Abreise mit der Bahn bei.  Ziel dabei war es, die Meinungs- und Versammlungsfreiheit anreisender Personen zu genehmigten Versammlungen zu gewährleisten. 14 Reisende aus Leipzig konnten der Szene der Querdenker zugeordnet werden. 13 Personen gehörten zur rechtsextremen Fußball-Hooligan-Szene. All jene Personen durften nicht in die Innenstadt weiter reisen, sondern wurden wieder nach Hause geschickt.

Im Zuge der Kontrollen wurden außerdem drei Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Schutzverordnung festgestellt. Ein Verfahren wird eingeleitet. Auch rund 50 Identitätsfeststellungen wurden durchgeführt und 35 Platzverweise ausgesprochen. Insgesamt war die Bundespolizei mit knapp 250 Kräften aus Bad Düben, Hünfeld und weiten Teilen Sachsens im Einsatz.
 

17:22 Uhr: AfD-Politiker auf Gegendemonstration

Der AfD-Politiker Jonas Dünzel zeigte sich immer wieder auf der zugelassenen Gegendemonstration. Das Geschehen streamte er live bei Facebook. Bei einem Besuch wird er von den Demonstranten mit Flaggen abgeschirmt.

16:25 Uhr: Polizei setzt Verbot von Corona-Protesten mit Großaufgebot durch

Die Polizei hat mit einem Großaufgebot in Dresden das Verbot von Corona-Protesten durchgesetzt. Unter anderem waren der Neumarkt, der Landtag, die Brühlschen Terrassen sowie zahlreiche Straßen abgesperrt. Die Beamten kontrollierten im Stadtzentrum immer wieder kleinere Gruppen. "Uns ist es gelungen zu verhindern, dass sich die Grüppchen verbinden zu einer größeren Masse", sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Teilweise wurden Platzverweise ausgesprochen, vielerorts die Identitäten überprüft. Derzeit liegen bereits 50 Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung vor, so die Polizei.

15:40 Uhr: Polizei kontrolliert Gruppe am Japanischen Palais

Wie die Polizei mitteilte, wird derzeit eine Gruppe am Japanischen Palais kontrolliert. Anschließend sollen Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung geahndet werden.

15:16 Uhr: Die Polizei zieht erstes Fazit

Die Polizei hat ein erstes Fazit zum heutigen Einsatz gezogen. Immer wieder wurden in der Stadt kleinere Gruppen festgestellt, die zu Versammlungen wollten. Das Ziel der Polizei war es dabei Gruppenansammlungen zu verhindern und schnellstmöglich aufzulösen. Dies sei laut Polizeisprecher Thomas Geithner auch gut gelungen. Derzeit wurden bereits 18 Ordnungswiedrigkeitsverfahren eingeleitet.

14:47 Uhr: Größere Gruppe startet am Japanischen Palais

Eine Gruppe von Rund 40 Menschen ist am Japanischen Palais gestartet. Die Polizei befindet sich jedoch vor Ort, berichten mehrere Reporter.

Unterdessen besucht Innenminister Roland Wöller den Führungsstab der Polizei und informiert sich über die aktuelle Lage der Demonstrationen. Das teilte die Polizei bei Twitter mit.

14:17 Uhr: Erste Lageeinschätzung der Bundespolizei

13:45 Uhr: Polizei kontrolliert Gruppe von 50 Leuten an Augustusbrücke

Die Polizei kontrolliert derzeit eine Gruppierung von rund 50 Menschen am Brückenkopf der Augustusbrücke. Sie werden direkt auf das Einhalten der Corona-Maßnahmen angesprochen.

13:30 Uhr: Kretschmer kritisiert Aussagen der Bundesjustizministerin zur Polizei

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer hat Aussagen von Bundesjustizminister Christine Lambrecht zu Polizeieinsätzen bei Corona-Demonstrationen widersprochen. Lambrecht sollte nicht "die Stimmung anheizen und die Polizei beschädigen", sagte er am Samstag am Rande eines CDU-Parteitages in Dresden: "Wir stehen hinter unserer Polizei. Die deutsche Polizei genießt zu Recht sehr großes Vertrauen in der Bevölkerung. Sie kann nicht die Konflikte einer Gesellschaft lösen, aber die Einhaltung der grundlegenden Regeln des Zusammenlebens durchsetzen."

13:20 Uhr: Polizeihubschrauber ist gestartet

Der Hubschrauber der Polizei ist gestartet. Er soll dabei helfen den Einsatz aus der Luft zu lenken. Unterdessen sind am Hauptbahnhof mutmaßliche weitere Demonstranten aus Zwickau angekommen. Die Bundespolizei kontrolliert die Personalien. Auch am Postplatz soll sich eine größere Gruppierung aufhalten.

13:00 Uhr: Polizei kontrolliert mögliche Demonstranten in Hauptbahnhof

Wie die Polizei mitteilte, wird derzeit eine Gruppe möglicher Querdenker aus Leipzig im Hauptbahnhof kontrolliert. Die Gruppierung soll mit dem Zug angereist sein.

Auch die Versammlung auf der Brühlschen Terrasse wird derzeit aufgelöst. Das Berichten mehrere Reporter auf Twitter.

12:44 Uhr: Polizei sperrt Neumarkt ab - Lage ruhig

Die Polizei hat den Neumarkt mit Gittern weiträumig abgesperrt, Zugänge werden kontrolliert. In den sozialen Netzwerken habe die Querdenkerszene dazu aufgerufen, sich dort am Mittag zu einer Aktion zu treffen, so die Polizei. Auch am Königsufer, wo eine Versammlung angemeldet, aber verboten wurde, blieb es am Mittag ruhig. Ein dpa-Reporter berichtete von einzelnen Joggern und Spaziergängern, größere Gruppen gab es demnach nicht.

Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, werden auch am Kulturpalast derzeit zehn Personen wegen möglicher Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung kontrolliert.

12:22 Uhr: Polizei hat auch sozialen Netzwerke und Versammlungsaufrufe im Blick

Die Polizei hat auch die Aufrufe der Querdenken-Initiative in den sozialen Netzwerken im Blick. Aktuell gehen man einem Hinweis nach, nach dem sich eine Gruppe der Initiative 12:30 Uhr am Delphinbrunnen auf der Brühlschen Terrasse treffen möchte. Einsatzkräfte sind vor Ort und sprechen die Menschen gezielt an. Auch Polizeihubschrauber und Wasserwerfer sind heute in Bereitschaft. Polizeisprecher Marko Laske:

12:08 Uhr: Kretschmer kritisiert AfD und Querdenker für Verhalten in Pandemie

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat das Verhalten der AfD und eines Teils der Bevölkerung im Freistaat in der Corona-Krise scharf kritisiert. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer müsse nicht wie viele Amtskollegen in Sachsen einen großen Teil der Zeit damit verbringen, "wirre Verschwörungstheorien" und Bösartigkeiten zurückzuweisen, sagte Kretschmer am Samstag auf einem Landesparteitag der CDU in Dresden. Er warf der AfD, "Querdenkern" und anderen "verschwurbelten Menschen" vor, die Verantwortlichen von der Arbeit abzuhalten, Leute zu irritieren und den klaren Kurs, den man bei der Bekämpfung der Pandemie brauche, kaputt zu machen.

11:20 Uhr: Polizei geht Hinweisen nach Ausweichversammlung auf Neumarkt nach