- Chemnitz will die ehemalige Restabfallanlage am Weißen Weg für rund 20 Millionen Euro zur Biogutvergärungsanlage umbauen. Dafür wird jetzt der Bebauungsplan geändert.
Pläne für 20 Millionen Euro Biogasanlage liegen aus
Am Weißen Weg steht ein größerer Umbau an. Wo früher Chemnitzer Restabfall behandelt wurde, sollen künftig Bio- und Grünabfälle verarbeitet werden. Dafür muss die Stadt jetzt zunächst das Baurecht anpassen. Aktuell kann sich die Öffentlichkeit an der Änderung des Bebauungsplans „Weißer Weg“ beteiligen. Das Ziel klingt zunächst ziemlich nach Amtsdeutsch. Aus „Restabfallbehandlung“ soll „Bioabfallbehandlung“ werden.
Dahinter steckt allerdings ein Millionenprojekt.
Alte Halle soll weiter genutzt werden
Der Stadtrat hatte bereits im Januar beschlossen, was aus der ehemaligen Restabfallbehandlungsanlage werden soll. Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb ASR plant dort eine Biogutvergärungsanlage.Die vorhandene Halle und Teile der bestehenden Infrastruktur sollen weiter genutzt werden. Damit kann ein aufwendiger vollständiger Rückbau des Standortes vermieden werden.
Rund 20 Millionen Euro sind für das Vorhaben vorgesehen.
Der bisherige Bebauungsplan ist allerdings noch auf die Behandlung von Restabfall zugeschnitten. Deshalb muss die Stadt nun die zulässige Nutzung des Geländes ändern. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität machte dafür Ende August den Weg frei.
Aus Biomüll soll Gas werden
Künftig sollen am Weißen Weg Bio- und Grünabfälle aus Chemnitz vergoren werden. Dabei entsteht Biogas. Dieses soll anschließend zu Biomethan aufbereitet und in das vorhandene Gasnetz eingespeist werden.
Chemnitz könnte damit einen Teil seiner Bioabfälle künftig selbst verwerten. Bislang entstehen Kosten für externe Dienstleister, die Bioabfälle verwerten. Diese Ausgaben sollen künftig entfallen. Auch finanziell ist das Projekt bereits eingeplant. Für dieses Jahr stehen zunächst 750.000 Euro für die Planung im Wirtschaftsplan des ASR. Für 2027 und 2028 ist eine Kreditaufnahme von insgesamt 20 Millionen Euro vorgesehen.
Inbetriebnahme frühestens Ende 2029
Bis die ersten Bioabfälle am Weißen Weg verarbeitet werden, dauert es allerdings noch. Die Stadt rechnet frühestens im vierten Quartal 2029 mit der Inbetriebnahme. Vorher folgen Planung und Genehmigungen. Dazu gehört jetzt auch die Änderung des Bebauungsplans. Die Unterlagen liegen noch bis zum Dienstag öffentlich aus und sind auch im Internet verfügbar. In diesem Zeitraum können Hinweise und Stellungnahmen zur Planung abgegeben werden.
