- Fast 1.500 Unterschriften für den Baumschutz in Chemnitz. Die Verwaltung empfiehlt, der Petition nicht zu folgen. Nun beraten die Stadträte.
Petition für Chemnitzer Bäume
Die geplante Überarbeitung der Chemnitzer Baumschutzsatzung stößt auf Widerstand. Fast 1.500 Menschen haben eine Petition unterschrieben. Sie wollen verhindern, dass bisher geschützte Bäume künftig leichter gefällt werden können.
Drei Forderungen für den Baumschutz
Die Unterzeichner verlangen, die bisherigen Mindestgrößen für geschützte Bäume beizubehalten. Auch sollen keine Baumarten aus der Satzung gestrichen und die Pflichten zu Ersatzpflanzungen nicht gelockert werden. Die Initiatoren warnen, dass andernfalls selbst jahrzehntealte Exemplare ihren Schutz verlieren könnten. Ein Baum mit 50 Zentimetern Stammumfang könne je nach Art und Standort bereits 30 Jahre alt sein. Bei Bauarbeiten drohten Fällungen ohne vorherige Prüfung.
Sie verweisen auf Schatten, Kühlung, bessere Luft und Lebensraum für Tiere. Bis junge Pflanzungen dieselbe Wirkung entfalten, würden Jahrzehnte vergehen.
Kritik an fehlender Transparenz
Einer der Initiatoren ist der Chemnitzer Umweltschützer Thorge Babbe. „Wir melden unsere Bedenken quasi im Vorfeld an“, sagte er unserem Sender. Wie die neue Fassung genau aussehen werde, wisse man noch nicht. „Da fehlt es an Transparenz.“
Rathaus empfiehlt Ablehnung
Die Stadt hält die Überarbeitung der rund 30 Jahre alten Regeln für notwendig. Veraltete Gesetzesverweise und Begriffe machten Teile der bisherigen Satzung rechtlich unsicher. Eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung und Stadtratsfraktionen habe deshalb an der Neufassung gearbeitet. Eine gesonderte allgemeine Bürgerbeteiligung sei dafür gesetzlich nicht vorgesehen.
Die Verwaltung empfiehlt nun, der Petition nicht zu folgen. Entschieden ist damit noch nichts. Am Mittwoch, 28. Oktober, berät der Stadtentwicklungsausschuss öffentlich darüber. Am 11. November steht die Eingabe im Stadtrat an. Unterschriften sind noch bis zum 24. November möglich.
