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Osterreiter in der Lausitz verkünden frohe Botschaft

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Mit feierlichen Prozessionen hat am Sonntag die Osterzeit in der Oberlausitz ihren Höhepunkt erreicht. Rund 1.500 sorbische Osterreiter zogen übers Land und verkündeten die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi. 

Seit Jahrhunderten tragen Jugendliche und Männer die Osterbotschaft hoch zu Ross von ihrer Heimatkirche aus in die Dörfer - in Frack und Zylinder gekleidet, singend und betend unter Glockengeläut, mit Kreuz, Kirchenfahnen und einer Christusstatue. Außerhalb der Orte beten sie auf den aufwendig geschmückten und oft von weither geliehenen Pferden den Rosenkranz.

Uralter Brauch heute Bekenntnis zum Glauben

Die Wurzeln des Brauchs reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück, als man glaubte, durch Feldumritte die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Erstmals belegt sind Prozessionen dieser Art in der Region am Ende des 15. Jahrhunderts. 

Die heutigen Osterritte sind ein öffentliches Bekenntnis zum christlichen Glauben. Dabei dürfen nur Männer im Sattel sitzen. Alljährlich säumen schaulustige Gäste aus dem In- und Ausland die Wege in der katholischen Region östlich von Dresden, in der die nationale Minderheit der Sorben lebt.

Einem ähnlichen Brauch folgt das Ostersaatreiten von Ostritz bei Görlitz. Dort reiten Katholiken von der Pfarrkirche über Felder zum Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal und bitten um gutes Wachstum der Saat - seit 1993 in ökumenischer Gemeinschaft und in diesem Jahr zum 396. Mal. Einer von ihnen ist der Görlitzer Landrat Stephan Meyer. Er reitet mit seinen Söhnen aus. (mit dpa)

Audio:

Pfarrer Mercin Delenk aus Crostwitz zu den Ursprüngen der katholischen Reiter-Prozessionen
Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit einem sorbischen Osterreiter
Gemeindereferent Stefan Kupka zum Ostritzer Saatreiten
Einer der Ostritzer Saatreiter ist der Görlitzer Landrat Stephan Meyer.