Oberbürgermeisterwahl geht in die entscheidende Runde
Bei der Oberbürgermeisterwahl in Chemnitz fällt heute die Entscheidung. Nachdem bei einem ersten Wahlgang am 16. Juni keiner der damals noch sieben Bewerber mehr als 50 Prozent erzielt hat, müssen rund 203 000 Chemnitzer jetzt noch einmal abstimmen. Diesmal ist die einfache Mehrheit ausreichend. Wer bei der Neuwahl die meisten Stimmen erhält, ist in den nächsten sieben Jahren Chef im Rathaus. Bis 16 Uhr hatten 21,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Die Beteiligung liegt damit noch unter der vor sieben Jahren im zweiten Wahlgang. Damals waren zum gleichen Zeitpunkt 23 Prozent an die Wahlurne gegangen.Von den einst sieben Kandidaten sind in der zweiten Runde noch vier geblieben. Neben Amtsinhaberin Barbara Ludwig (SPD) werfen auch ihr CDU-Herausforderer Ralph Burghart sowie Hans-Jürgen Rutsatz von der Wählervereinigung Volkssolidarität und Martin Kohlmann von der rechten Bürgerbewegung Pro Chemnitz ihren Hut noch einmal in den Ring. Der parteilose Chemnitzer Bürgermeister für Ordnung und Sicherheit, Miko Runkel, der im ersten Wahlgang für die Linken angetreten war, der Grünen-Landesvorstandssprecher Volkmar Zschocke sowie der FDP-Kandidat Jens Weis haben wegen geringer Aussichten auf Erfolg die Segel gestrichen. Klare Favoritin ist auch diesmal Ludwig. Die Sozialdemokratin hatte beim ersten Wahlgang rund 46,6 Prozent der Stimmen geholt, die absolute Mehrheit aber verfehlt, so dass diese Neuwahl notwendig wurde. Auf Platz zwei kam mit rund 19 Prozent ihr CDU-Herausforderer Ralph Burghart. Der hauptberuflich in der Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur beschäftigte Manager soll die CDU in der Stadt in den nächsten Jahren wieder voranbringen. Ein Wahlergebnis deutlich über 20 Prozent dürfte er diesmal noch als Erfolg werten. Rutsatz und Kohlmann waren beim ersten Wahlgang lediglich auf 2,2 Prozent und 5,6 Prozent gekommen. Rutsatz begründete seine neuerliche Bewerbung mit dem Hinweis auf den rechtskonservativen Kontrahenten. Menschen, die aus Protest keine der etablierten Parteien wählen wollen, sollten eine demokratische Alternative haben, sagt er.