Oberbürgermeisterin will Aufklärung über Polizeieinsatz am 5. März
Nach dem Polizeieinsatz anläßlich des Nazi-Aufmarschs will sich Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig an den sächsichen Innenminister wenden. Sie will Aufklärung darüber, warum die Beamten am Samstag teilweise brutal gegen Gegendemonstranten und unbeteiligte Passanten vorgegangen sind. Ihre Eindrücke vom Chemnitzer Friedenstag will das Stadtoberhaupt dem Minister in einem Brief schreiben. Sie habe großen Respekt vor der Arbeit der Beamten, sagte sie unserem Sender. Aber der Eindruck, daß man an so einem Tag stört und auch als Störer behandelt wird, habe sie am 5. März sehr verstört. Es müsse die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel gestellt werden. In diesem Zusammenhang kritisiert Ludwig auch, daß durch die Polizei im Vorfeld unnötig Angst unter der Bevölkerung geschürt wurde. Die Drohungen hätten alles andere als Mut gemacht, am Friedenstag in die Innenstadt zu kommen. Die Polizei hatte im Vorfeld angekündigt, hart durchzugreifen und sogar Flugblätter verteilt. Darin wurde auf die Konsequenzen beim Stören angemeldeter Veranstaltungen hingewiesen. 1.400 Beamte hatten am Samstag rund 500 Neonazis geschützt - laut Bürgerbündnis war der Einsatz überzogen und unverhältnismäßig.