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OB will Theaterinsolvenz in letzter Minute abwenden

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Die Städtischen Theater Chemnitz stehen kurz vor der Insolvenz. Das hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Mittwoch vor Journalisten im Rathaus in aller Deutlichkeit klargemacht. "Das habe ich so noch nicht erlebt" sagte uns das Stadtoberhaupt. Bis Mitte 2017 sei noch alles in Ordnung gewesen, so Ludwig. Dann habe sich plötzlich von einer Aufsichtsratssitzung zur nächsten ein riesiges Defizit aufgetan. Kostspielige Inszenierungen wie das Open-Air-Musical "My Fair Lady" oder "Der Ring der Nibelungen" haben die Spielstätten an den Rand des Ruins gebracht. Generalintendant Christoph Dittrich musste einräumen, dass er bei Personal und Material deutlich überzogen hat. Und das trotz langfristiger Finanzplanung. Hinzu kommen sinkende Zuschauerzahlen bei Oper und Operetten. Jetzt soll die Stadt - wieder mal - mit einer Finanzspritze helfen. Um die drohende Insolvenz abzuwenden, soll der Stadtrat auf seiner Sitzung am 23. Mai eine zusätzliche Finanzspritze von 1,3 Millionen Euro locker machen. Dies allerdings an Bedingungen geknüpft. Ludwig erwartet, dass der Intendant alle Anstrengungen unternimmt, um die Einnahmen wieder ins Lot zu bringen. Dazu soll es auch ein neues Controlling geben. Die Städtischen Theater erhalten jedes Jahr den größten Zuschuss im Kulturbereich. Derzeit stehen den Spielstätten rund 27 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

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