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Neuer Trainer der Niners kommt aus der Schweiz

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Die Zweit­liga-Basket­baller der Niners haben einen neuen Trainer verpflichtet. Rodrigo Pastore ist Argen­ti­nier italie­ni­scher Abstam­mung und lebt derzeit noch in der Schweiz, wo er mit seiner Mannschaft unter anderem die Meister­schaft holte. In Chemnitz soll er die Niners künftig in die Playoffs führen. Zum Saison­ende standen die Korbjäger nach zwei Trainer­wech­seln kurz vor dem Abstieg. Rodrigo Pastore wuchs in der argen­ti­ni­schen Haupt­stadt Buenos Aires auf, wo er schon früh seine Leiden­schaft für die Korbjagd entdeckte. Folge­richtig absol­vierte er Anfang der neunziger Jahre sein Studium der Betriebs­wirt­schafts­lehre im Mutter­land des Basket­balls, genauer gesagt an der US-ameri­ka­ni­schen Libscomp Univer­sität in Nashville, Tennessee. Nach erfolg­rei­chem Abschluss wagte Pastore den Schritt zum Profi­bas­ket­ball und landete gleich bei seiner ersten Station in Deutsch­land, wo er von 1996 bis 1998 für Bayreuth auf Korbjagd ging. Es folgten zahlreiche weitere Stationen, vor allem in Italiens erster und zweiter Liga sowie der Schweiz. Seine erfolg­reichste Saison hatte Pastore aber wohl bei den Telekom Baskets Bonn, mit denen er 2000 das Viertel­fi­nale im europäi­schen Sapporta-Cup erreichte und auf Bundes­liga-Ebene erst im Playoff­halb­fi­nale gegen den damaligen deutschen Serien­meister ALBA Berlin ausschied. Nach zehn Jahren als Profi­bas­ket­baller ließ Pastore 2006 seine Spieler­kar­riere beim BC Lugano ausklingen. Anschlie­ßend blieb er im Kanton Tessin, dem italie­nisch­spra­chigen Teil der Schweiz, und übernahm den Trainer­posten beim Zweit­li­gisten SAV Vacallo. Diesen führte er gleich in seiner ersten Saison zum Aufstieg und im Folge­jahr zum Gewinn des natio­nalen Pokals. Jenen Triumph konnte der Italo-Argen­ti­nier 2009 noch einmal toppen, als er mit Vacallo das Double aus Schweizer Meister­schaft und Pokal­sieg errang. In den nächsten Spiel­zeiten waren die Tessiner unter Pastores Leitung regel­mäßig Stamm­gast in den Playoffs und schienen 2013 auf dem besten Weg zu neuen Erfolgen. Mitte Februar lag man auf dem dritten Tabel­len­platz und hatte soeben das Pokal­fi­nale erreicht, als der Verein die erste Männer­mann­schaft aufgrund finan­zi­eller Probleme zurück­ziehen musste. So widmete sich Pastore fortan seiner eigenen Weiter­bil­dung, besuchte Coachings­emi­nare in den USA und bei europäi­schen Trainer­le­genden wie Ettore Messina oder Zeljko Obradovic. Nach nunmehr zwei Jahren wollte er aber endlich wieder an die Seiten­linie zurück­kehren und zeigte sich vom Angebot der NINERS sofort begeis­tert. „Wir haben ihn nach Chemnitz einge­laden und einen Tag lang unsere U19-Mannschaft, ergänzt von Robert Cardenas sowie Hendrik Bellscheidt, trainieren lassen. Rodrigo lobte das Niveau der jungen Spieler und die profes­sio­nellen Struk­turen des Nachwuchs­pro­gammes mit mehreren haupt­amt­li­chen Trainern“, berichtet Pete Miller. Der beider­sei­tige Wille, profes­sio­nellen Basket­ball mit inten­siver Talent­för­de­rung zu verbinden, brachte letzt­lich alle Betei­ligten schnell zusammen, so dass Pastore nun einen Vertrag für die kommende Saison bei Sachsens bestem Basket­ball­verein unter­schrieb. Der 42-Jährige, welcher übrigens fließend Englisch, Spanisch und Italie­nisch spricht, wird Mitte Juli mit seiner deutschen Lebens­ge­fährtin nach Chemnitz ziehen und rund einen Monat später die Niners zur offizi­ellen Saison­vor­be­rei­tung bitten. Bis dahin arbeitet er gemeinsam mit Pete Miller an der Zusam­men­stel­lung des neuen Teams. „Wir telefo­nieren täglich mehrmals mitein­ander. Momentan haben wir ja bereits Robert Cardenas, Hendrik Bellscheidt, Daniel Mixich, Jonas Richter und Dominic Bassl für die neue Saison unter Vertrag. Dennoch liegt unser Fokus momentan auf der Suche nach weiteren deutschen Leistungs­trä­gern. In Abhän­gig­keit davon werden wir anschlie­ßend die Auslän­der­po­si­tionen beset­zen“, beschreibt der sport­liche Leiter den Stand der Kader­pla­nung. Ziel ist es, die Mannschaft bis zum Trainings­auf­takt weitest­ge­hend zu komplet­tieren und sich dann akribisch auf die Spiel­zeit 2015/16 vorzu­be­reiten. Es wird für Chemnitz die nunmehr 14. Saison ohne Unter­bre­chung in Deutsch­lands zweit­höchster Spiel­klasse und mit Rodrigo Pastore als neuem Headcoach der Niners eine hoffent­lich sehr erfolg­reiche.