Neuer Richtwert: Demos in Dresden sollen leiser werden
In Dresden vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo in der Stadt demonstriert wird. Weil immer mehr Anwohner sich wegen der Lautstärke beschweren, sollen die Demos leiser werden.
Künftig gilt laut Stadt ein Richtwert von 90 Dezibel. Alles andere gefährde die Gesundheit, heißt es zur Begründung. Die Versammlungsbehörde will die Einhaltung des Pegels streng kontrollieren.
Jeder dürfe weiterhin seine Meinung sagen, die Lautstärke finde jedoch dort ihre Grenzen, wo sie Menschen schädige. Experten gehen davon aus, dass ab 85 Dezibel das Gehör Schaden davontragen kann. Bei Demos in Dresden wurden mehrere Male Werte über 100 Dezibel gemessen. Zum Vergleich: Ein Formel-1-Auto in 30 Metern Entfernung ist 105 Dezibel laut.
Anwohner und Passanten sind bei zu lauten Demonstrationen deshalb potentiell gefährdet. Das gleiche gilt für die eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten, die sich aufgrund ihrer Aufgaben auch nicht einfach der Lautstärke entziehen können und keinen Gehörschutz einsetzen dürfen.
Bei einzelnen Versammlungen sind deshalb bereits im Versammlungsbescheid Lautstärkebeschränkungen erlassen, überprüft und durchgesetzt. Auf welche maximale Lautstärke eine Versammlung beschränkt wird, soll Einzelfall geprüft werden, so die Stadtverwaltung.