Neuer Filter für Chemnitzer Heizkraftwerk
Der Rauch aus dem bunten Chemnitzer Schornstein wird sauberer! Das Heizkraftwerk wird in diesen Tagen mit einer neuen Filteranlage ausgestattet. Hintergrund sind neue verschärfte Grenzwerte bei Quecksilber, die ab 2019 eingehalten werden müssen. Der Giftstoff befindet sich in der Braunkohle. Durch eine neue Technologie wird er künftig noch besser herausgefiltert. Das System kommt aus den USA und wird erstmals in Europa eingesetzt. In die Anlage investiert der Versorger eins insgesamt fünf Millionen Euro. Nach Angaben des amerikanischen Herstellers Gore wird die Technologie erstmals in einem Kraftwerk in Europa eingebaut. Es gebe lediglich eine Pilotanlage in Schkopau (Sachsen-Anhalt) sowie drei in Polen und eine in Tschechien. In den USA seien acht Kraftwerke mit so einer Installation ausgerüstet. "Wir schreiben Technikgeschichte in Europa", meinte Anwendungsingenieur Stefan Rämisch. Für die abschließende Reinigung wird der Rauch demnächst durch 272 kistenförmige Module mit speziellen Membranen geleitet und das Quecksilber darin abgespeichert. Jede der Kisten kann laut Hersteller ein Kilogramm des Metalls in oxidierter Form aufnehmen. Daneben wird auch Schwefeldioxid abgeschieden. Laut eins werden im Heizkraftwerk pro Jahr eine Million Tonnen Braunkohle für Strom und Wärme verbrannt, aus denen 20 Kilogramm Quecksilber übrig bleiben. Der Energieversorger eins hatte vor einem Jahr hatte angekündigt, ab 2029 komplett aus der Braunkohleverbrennung auszusteigen. Die neue Technologie hat den Angaben zufolge eine Lebensdauer von zehn Jahren. Block B des Kraftwerkes soll schon 2023 abgeschaltet werden. Seit 2. August laufen die Arbeiten, am 24. August soll der erste von zwei Blöcken wieder in Betrieb genommen werden. Der Schornstein auf dem Gelände des Heizkraftwerkes ist mit 301,80 Metern das höchste Bauwerk im Freistaat. (mit dpa)