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Neonazi-Trio hatte illegalen Pass aus Chemnitz

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Das Zwickauer Neonazi-Trio hat sich offenbar in Chemnitz einen illegalen Reise­pass mit dem Foto von Uwe Mundlos besorgt. Wie das ARD-Magazin „Fakt“ berichtet, wurde das Dokument mit Hilfe eines manipu­lierten Perso­nal­aus­weises beantragt. Die Chemnitzer Melde­be­hörde hatte die Fälschung nicht erkannt. Eine Stadt­spre­cherin bestä­tigte, dass es Ende der 90er Jahre Unregel­mä­ßig­keiten bei der Ausstel­lung eines Passes gegeben habe - die Dokumente seien damals noch nicht so fälschungs­si­cher gewesen wie heute. Der Vorgang wurde inzwi­schen von den städti­schen Behörden an das Bundes­kri­mi­nalamt weiter­ge­leitet. Dem Magazin zufolge soll das Trio damals auch Unter­schlupf in Chemnitz gefunden haben: in einer Platten­bau­woh­nung auf der Wolgo­grader Allee. Das Landes­kri­mi­nalamt bestä­tigte inzwi­schen, dass die Wohnung zu dieser Zeit obser­viert wurde. Die Überwa­chung habe aber keine verwert­baren Ergeb­nisse gebracht und sei daraufhin in Absprache mit dem LKA Thüringen abgebro­chen worden.„Fakt“ zufolge wurden in Chemnitz drei Tage lang unter anderem alle Personen fotogra­fiert, die in das Haus gingen oder es verließen. Es sei eine umfäng­liche Dokumen­ta­tion angelegt worden. Die Bundes­an­walt­schaft macht das Zwickauer Neonazi-Trio für zehn Morde verant­wort­lich. Zwei Mitglieder der Terror­zelle sind inzwi­schen tot, die Haupt­ver­däch­tige Beate Zschäpe sitzt in Unter­su­chungs­haft.