Nach Leipzig rollen bald Elektrozüge
Das Ende der DDR-Züge auf der Bahnstrecke von Chemnitz nach Leipzig ist in Sicht. Von 2023 an sollen dort moderne Elektrozüge fahren. Der Zweckverband des VMS hat den Kauf von elf batteriebetriebenen Fahrzeugen vom Typ Coradia beschlossen. Dafür nimmt der Zweckverband einen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro auf.
Die Linie zwischen Chemnitz und Leipzig ist für Bahnreisende ein Dauerärgernis. Neben Verspätungen und Zugausfällen wird vor allem die veraltete Technik kritisiert. Die Mitteldeutsche Regiobahn bedient die Strecke mit Waggons der früheren Reichsbahnaus DDR-Zeiten, die weder barrierefrei noch klimatisiert sind.
„Im Grunde kann man es gar nicht fassen, dass es sowas noch gibt“, hatte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) bei einem Bürgerforum gesagt und von einem „Museumszug“ gesprochen. Kürzlich hatte der Hinweis auf einer Anzeigetafel im Leipziger Hauptbahnhof für Aufsehen gesorgt: Statt Chemnitz prangte dort der frühere Name Karl-Marx-Stadt als Zielort. Zu diesem Zeitpunkt wurden die alten Wagen von einer Diesellok aus Reichsbahn-Zeiten gezogen.
Die neuen Züge sind mit Batterien auf den Dächern ausgestattet, die jeweils in den Endbahnhöfen Chemnitz und Leipzig über normale Stromabnehmer aufgeladen werden sollen. Die Ladezeit beträgt den Angaben zufolge rund 30 Minuten. „Sobald die Strecke Chemnitz-Leipzig ausgebaut und elektrifiziert ist, wird das Prinzip Hochleistungsbatterie überflüssig. Die Züge fahren dann mit den üblichen Stromabnehmern“, teilte der ZVMS mit.