• Das Foto vom 10. November 1938 zeigt Feuerwehrleute vor Berlins größtem Haus der Jüdischen Gemeinde, nachdem es die Nationalsozialisten in der Pogromnacht in Brand gesteckt hatten. Foto: Uncredited/AP/dpa

    Das Foto vom 10. November 1938 zeigt Feuerwehrleute vor Berlins größtem Haus der Jüdischen Gemeinde, nachdem es die Nationalsozialisten in der Pogromnacht in Brand gesteckt hatten. Foto: Uncredited/AP/dpa

Nach Äußerungen bei Twitter: Sächsischer Gedenkenstätten-Chef freigestellt

Zuletzt aktualisiert:

Der umstrittene Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, ist «mit sofortiger Wirkung unwiderruflich» von seinen Aufgaben freigestellt. Der Stiftungsrat missbilligte am Dienstag in einer nichtöffentlichen Sondersitzung in Dresden dessen Äußerungen auf Twitter, die «klar dem Sinn der Gedenkstättenarbeit» widersprächen, sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) als Vorsitzende des Gremiums. Reiprichs Aufgaben übernimmt dessen Stellvertreter Sven Riesel, eine Findungskommission soll einen Nachfolger suchen.

Der 65-jährige Reiprich hatte unlängst auf Twitter die Krawalle in Stuttgart mit dem NS-Pogrom 1938 verglichen: «War da nun eine Bundeskristallnacht oder "nur" ein südwestdeutsches Scherbennächtle?» Das sorgte bundesweit für Empörung.

Laut Klepsch erging der Beschluss einstimmig. Zugleich wurde Reiprichs Antrag auf vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen Ende November stattgegeben, bis dahin laufen seine Bezüge weiter. Der Stiftungsrat dankte dem 65-Jährigen für seine Verdienste und zehnjährige Tätigkeit.

In den vergangenen Jahren war die Stiftung wiederholt wegen ihm in die Schlagzeilen geraten. Opferverbände monierten, dass sie sich mehr um die Verbrechen der DDR-Diktatur als um die NS-Zeit kümmere. Zuletzt war Reiprich immer mehr unter Druck geraten, es hatte mehrere Rücktrittsforderungen gegeben.