Muslim-Gemeinde plant Moschee im Lutherviertel
Im Lutherviertel könnte bald eine Moschee gebaut werden. Das gab der Chemnitzer Ableger der gemäßigten Ahmadiyya Muslim-Gemeinschaft am Mittwoch bekannt. Eine Bau-Voranfrage habe man bei der Stadt bereits gestellt. Das Gotteshaus soll auf einem Grundstück an der Bernhardstraße entstehen und Platz für 100 Muslime bieten. Die Stadt wollte sich bisher nicht zu den Plänen äußern. Den Bauvorantrag für das Gotteshaus mit Kuppel und Moschee sei bereits Ende vergangenen Jahres bei der Stadt eingereicht worden, sagte der Vorsitzende der Gemeinde in Sachsen, Rashid Nawaz, am Mittwoch. Weitere von der Stadt angeforderte Unterlagen habe man nachgereicht. "Jetzt warten wir auf Antwort von der Stadt." Nawaz zufolge hat die Ahmadiyya-Gemeinde in Chemnitz rund 40 Mitglieder. "Zur Zeit beten wir freitags in einer Wohnung." Bei Veranstaltungen oder wenn sich mehr als zehn Mitglieder zum Freitagsgebet treffen wollten, werde ein Saal in einer Jugendeinrichtung angemietet. Die Ahmadiyya-Gemeinde will auch in Leipzig eine Moschee bauen. Dort wurde ein Vorantrag genehmigt. Die Grundsteinlegung ist noch in diesem Jahr geplant. Der Bau ist in der Stadt heftig umstritten. Nawaz kündigte für Anfang Mai eine Informationsveranstaltung in Chemnitz an, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Ahmadiyya-Gemeinde vertritt einen gemäßigten Islam, gilt aber bei vielen anderen Muslimen als Sekte. Sie wendet sich gegen Gewalt und setzt auf interreligiösen Dialog und Mission. Ihre Mitglieder gelten als gut integriert.