Musikschule nimmt neuen Konzertsaal in Besitz
Der Erweiterungsbau der Städtischen Musikschule ist fertig. Zwei Jahre wurde an dem neuen Konzertsaal gebaut, am Samstag wird er feierlich eingeweiht. 2,3 Millionen Euro hat die Stadt in den Anbau investiert. Neben dem Saal sind dort auch mehrere Unterrichtsräume, ein Bandprobenraum und ein DJ-Studio entstanden. Die Erweiterung war nötig geworden, weil sich die Schülerzahl der Musikschule in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt hat. Rund 800 Quadratmeter Fläche hat die Musikschule durch den Neubau hinzugewonnen. Alt- und Neubau verfügen über jetzt insgesamt 60 Unterrichtsräume – acht mehr als zuvor. Und zum vorhandenen kleinen Konzertsaal ist noch die moderne große Spielstätte hinzugekommen. Allein im Anbau entstanden sechs Unterrichtszimmer und ein Bandproberaum sowie zwei Verwaltungsbüros. Durch den hinzugewonnenen Platz sind zudem frühere Verwaltungsräume im Altbau ebenfalls für Unterrichtszwecke nutzbar. Bis Februar sollen im Altbau-Keller noch fünf weitere Unterrichtszimmer für Schlagzeuger renoviert sein. Der jetzt fertig gestellte zweigeschossige, voll unterkellerte Neubau besteht aus einem schlichten Baukörper und dem darin eingebetteten Konzertsaal. Dieser als Kubus konzipierte Raum bildet das Herz der Gesamtanlage. Mit seiner mobilen, maximal 199 Sitzplätze umfassenden Bestuhlung ist der 250 Quadratmeter große Saal mit Bühne vielseitig verwendbar. So wird diese Spielstätte außer der Städtischen Musikschule auch Chemnitzer Vereinen als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen.Eine ungenutzte Turnhalle musste Ende 2012 weichen, um Platz für den Anbau zu schaffen. Der Abbruch der Sporthalle stellte die Planer zunächst vor die Herausforderung, die zum Bauverzug führte. Die durch den Abriss freigelegte Villa-Giebelwand musste durch Stahlträger im Erdreich und das Verfestigen mit Beton gesichert werden, erst danach konnten Firmen mit dem Aushub der Baugrube fortfahren. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Musikschulleiterin Nancy Gibson vollzogen am 10. Juni 2013 den ersten Spatenstich für das neue Gebäude. Nach rund sechs Monaten stand der Rohbau und der Innenausbau konnte beginnen. Beteiligt daran waren 35 Unternehmen aus Chemnitz und der Region – darunter Gewerke wie Maler, Tischler, Elektriker, Fußbodenleger, Klempner und Trockenbauer. Anspruchsvoll gestalteten sich beispielsweise die Elektroarbeiten, da Installationen eines solchen Zweckbaus mit Bühnenbeleuchtung und Beschallung speziellen technischen Anforderungen genügen müssen. Planer und Architekten legten neben der Bau- und Raumakustik besonderes Augenmerk auf den Schallschutz. Denn beim Üben – insbesondere bei Schlagzeug- und Bandproben – treten enorme Lautstärken von bis zu 105 Dezibel auf. Spezielle bauliche Vorkehrungen – wie beispielsweise dämmende Decken und Wände oder Vorhänge – ermöglichen gleichzeitiges ungestörtes Üben verschiedener Musiker und Ensembles. So trennt eine Glasfront das eigens gedämmte Refugium der Schlagzeuger vom Aufnahmestudio, in dem DJs ihrer Profession nachgehen können.