Minister Dulig und Piwarz stellen Bildungsticket vor

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Schüler in Sachsen können ab August vergünstigt mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch ihre Region fahren. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und Kultusminister Christian Piwarz (CDU) stellten am Donnerstag das lang erwartete Bildungsticket vor. Es kostet 15 Euro pro Monat und gilt rund um die Uhr für alle Busse und Bahnen des jeweiligen Verkehrsverbundes, in dem die Kinder und Jugendlichen unterwegs sind. Insgesamt 430 000 Schülerinnen und Schüler sowie 50 000 Jugendliche in schulischer Ausbildung können von dem Ticket profitieren, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Familien können das Ticket für ihren Nachwuchs ab dem Grundschulalter beantragen. Voraussetzung ist, dass die Kinder und Jugendlichen eine allgemeinbildende Schule in Sachsen besuchen. Auch Berufsschülerinnen und -schüler können das Ticket nutzen, solange sie keine duale Ausbildung machen. Für Auszubildende gilt weiterhin das Azubi-Ticket.

Neben dem günstigen Preis ist ein zentraler Vorteil des Bildungstickets, dass es im gesamten Verkehrsverbund gilt. Bislang war es für Schüler oft kompliziert und teuer, mit Bussen und Bahnen zwischen verschiedenen Kommunen zu pendeln. Wer etwa in Leipzig wohnte und eine Schule im benachbarten Markkleeberg besuchte, konnte nicht das Schülerticket der Leipziger Verkehrsbetriebe nutzen.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hatte lange um die Einführung des Bildungstickets gekämpft. Ein Knackpunkt waren die Kosten. Der Freistaat beteiligt sich nun mit rund 50 Millionen Euro pro Jahr an den Kosten.

«Es war wahrlich ein langer, weiter und beschwerlicher Weg bis hierhin», sagte Dulig. Am Ende hätten sich alle Gesprächspartner einigen können, weil sie ein gemeinsames Ziel hatten. «Wir wollen die sozialen Hürden senken, damit mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen können.» Das sei ihm jeden Euro wert.

Die Vorsitzende des Landesschülerrats (LSR) Sachsen, Joanna Kesicka, lobte die Einführung des Tickets. Mehr als zehn Jahre lang habe der LSR dafür gekämpft. Jetzt gehe es darum, gerade in ländlichen Regionen den Nahverkehr auszubauen, damit Schülerinnen und Schüler das Ticket wirklich nutzen. «Ein gutes Ticket nützt nichts, wenn der Bus nicht kommt und ich am Ende doch das Elterntaxi rufen muss», mahnte sie.