Meilenstein für Deutsches Zentrum für Astrophysik in der Lausitz
Die Pläne des Deutschen Zentrums für Astrophysik in der Lausitz haben einen weiteren wichtigen Meilenstein genommen. Der Freistaat hat das sogenannte „Kahlbaum-Areal“ in Görlitz nun gekauft, erklärte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow am Donnerstagnachmittag bei einem Vor-Ort-Termin. Für die Errichtung eines Großforschungszentrums wird Sachsen den Wissenschaftlern das Grundstück kostenfrei zur Verfügung stellen, versprach der CDU-Politiker. Wie viel für das Gelände des künftigen Forschungscampus investiert wurde, ließ der Minister offen. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.
In den nächsten Jahren soll Görlitz soll zum Spitzenstandort für die weltweite Astroforschung werden. Unterstützung erhalten die Wissenschaftler des künftigen Deutschen Zentrums für Astrophysik nun ebenfalls vom Freistaat. Die Landesregierung werde die Bemühungen um die Errichtung eines sogenannten „Einstein-Teleskops“ unterstützen, kündigte der Minister weiter an.
„Wir sind absolut glücklich. Ein Traum geht in Erfüllung“, sagte uns DZA-Gründungsdirektor Günther Hasinger. Zunächst sei es eine sehr wertvolle politische Unterstützung. „In einem zweiten Schritt brauchen wir natürlich aber auch Ressourcen, um unsere Machbarkeitsstudie weiter voranzubringen“, schildert Hasinger. Das DZA will in Görlitz ein Großrechenzentrum für Datenströme von Weltraumteleskopen aus aller Welt betreiben und ein Technologiezentrum. Perspektivisch entstehen hier bis zum Ende des Jahrzehnts etwa 1.000 Arbeitsplätze.
Von Görlitz sollen künftig zwei Radioteleskope in Südafrika gesteuert und die eingefangenen Datenströme aus dem All nach Görlitz geleitet werden. Die Wissenschaftler wollen aus der Datenflut Algorithmen - also Rechenvorgänge – für die spätere Forschungsarbeit entwickeln.
Seit etwa zwei Jahren laufen in Ralbitz-Rosenthal seismische Untersuchungen für den Aufbau eines unterirdischen Forschungslabors. Erdbeebenmessgeräte ermitteln in 250 Meter Tiefe alle Bewegungen der Erde. Die Forscher brauchen ruhiges Umfeld, eine „seismische Null“, um präzise Schwankungen der Raumzeit untersuchen zu können. Mit den Messungen solle der ideale Standort für ein unterirdisches Forschungslabor und später das „Einstein-Teleskop“ gefunden werden. Dieses Forschungsgerät wäre weltweit einmalig. „Wir sehen das Universum damit völlig neu vermessen. Nicht nur, dass wir es optisch betrachten können, auch sämtliche Gravitationswellen sind damit messbar. Das wird unser Bild vom Universum revolutionieren“, erklärt Direktor Christian Stegmann.
Das Deutsche Zentrum für Astrophysik ist das größte Strukturentwicklungsprojekt in der sächsischen Lausitz. Es wird mit rund 1,1 Milliarden Euro gefördert. Rund 1.000 Menschen sollen einmal für das DZA arbeiten, gut ein Drittel aus dem wissenschaftlichen Bereich. Benötigt werden auch Beschäftigte in der Verwaltung, Ingenieure, Techniker und Handwerker.