Mehrere tausend Menschen bei Demos in der Innenstadt
In der Chemnitzer Innenstadt hat es am Freitagabend wieder Kundgebungen und Demonstrationen gegeben. Mehr als 1.000 Menschen protestierten auf der Brückenstraße gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Dazu hatten Vereine, Initiativen und Friedensbewegungen aufgerufen. Parallel dazu startete auch eine Demo von Pro Chemnitz. Der Aufzug sollte über die Theaterstraße bis zum Falkeplatz und zurück führen. Noch bevor der Aufzug gegen 20.00 Uhr startete, hatten sich gegen 19.15 Uhr mehrere Gegendemonstranten an der Börnichsgasse auf die Aufzugsstrecke begeben. Beim Zurückdrängen der Personengruppe durch Polizeibeamte kam nach bisherigen Erkenntnissen eine Frau zu Sturz und erlitt leichte Verletzungen. Einsatzkräfte unterzogen 13 Personen Identitätsfeststellungen und sprachen Platzverweise aus. Später sammelten sich zahlreiche Personen in der Inneren Klosterstraße nahe der Aufzugstrecke und demonstrierten in Hör- und Sichtweite zum Aufzug von Pro Chemnitz. Aus einem Haus an der Theaterstraße wurden gegen 20.25 Uhr die Teilnehmer des Aufzugs mit Apfelstücken beworfen. Verletzt wurde dadurch offenbar niemand. Kurz vor 21.00 Uhr erklärte die Versammlungsleitung den Aufzug am Falkeplatz zunächst für beendet. Ein Teil der Versammlungsteilnehmer verließ daraufhin den Platz. Der übrige Teil bekundete gegenüber der Polizei das Interesse, die Versammlung regulär zu Ende zu bringen, woraufhin der Aufzug wie ursprünglich angezeigt zur Brückenstraße zurück lief. Dort war die Versammlung gegen 21.35 Uhr beendet. Mit jetzigem Stand sind insgesamt vier Straftaten durch die Einsatzkräfte registriert worden. Dabei handelt es sich überwiegend um Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Waffengesetz. Drei Teilnehmer (50, 29, 17) der Versammlung von Pro Chemnitz führten Pfeffer- bzw. Tierabwehrsprays mit sich. Gegen einen weiteren bislang unbekannten Teilnehmer dieser Versammlung wird wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen einen Polizeibeamten ermittelt. Er hatte dem Beamten gegen den Helm geschlagen.