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Mediziner: Alle Corona-Patienten in Sachsen können behandelt werden

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In Sachsen muss nach Einschätzung des Mediziners Professor Christoph Josten vom Universitätsklinikum Leipzig kein Corona-Patient Sorge haben, dass er wegen Überlastung nicht behandelt wird. Die Lage in den sächsischen Krankenhäusern sei angespannt und in manchen Regionen durchaus kritisch, sagte Josten. Dennoch sähen sich die Kliniken in der Lage, die Versorgung der Patienten aufrechtzuerhalten. Dafür sorge auch die Aufteilung in die drei Clusterregionen Leipzig, Dresden und Chemnitz, die Patienten untereinander austauschen. Es gebe noch Ressourcen.

Am Mittwoch hatten Äußerungen eines Zittauer Mediziners zur Triage für Aufregung gesorgt. Der Begriff bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. Josten sagte, dass es unterschiedliche Arten von „Triagierung“ gebe. Zum Beispiel sei die in Sachsen praktizierte Verlegung von Patienten eine geografisch-logistische „Triagierung“. Was nicht stattfinde und nach seinem Wissen auch nicht stattgefunden hat, sei die patientenbezogene „Triagierung“. „Das bedeutet, dass keinem Patienten wegen Covid eine Therapie vorenthalten wurde, die ihm sonst zugestanden hätte. Auch ist noch kein Patient abgelehnt worden, der einer stationären Aufnahme dringend bedurft hätte“, sagte Josten.

Eine Wirkung des neuen Lockdowns erhofft sich Josten nach Weihnachten. „Wenn wirklich die Kontaktbeschränkungen funktionieren, dann könnte sich nach Weihnachten ein positiver Effekt mit einem Absinken der Zahl der Corona-Infizierten einstellen. Wir erwarten hier in Sachsen die Höchstzahl an Erkrankungen um den 26. bis 28. Dezember herum“, sagte der Mediziner. (dpa)