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Mähroboter: Die todbringende Gefahr

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Wenn die Tage wärmer werden, summt und brummt es in den Gärten: Der Rasen muss wieder auf Vordermann gebracht werden. Immer häufiger übernehmen das Mähroboter – praktisch, leise und scheinbar harmlos. Doch was für uns nach moderner Gartenpflege klingt, wird für Igel & Co. schnell zur tödlichen Bedrohung.

Stille Gefahr im Dunkeln

Während wir schlafen, durchstreifen sie unsere Gärten auf der Suche nach Futter. Dabei verlassen sie sich nicht auf Flucht, sondern auf ihre Stacheln – eine Strategie, die gegen Mähroboter fatale Folgen hat. Denn viele Geräte erkennen kleine Tiere nicht rechtzeitig: Erst wenn es zu spät ist, stoppen sie. Die Folge? Schwere Schnittverletzungen, abgetrennte Gliedmaßen – oder der Tod.

Chemnitzer Tierschützer schlagen daher Alarm. Tierheime berichten von einer Zunahme verletzter Igel, und auch die Stiftung Warentest bestätigt: Fast alle getesteten Geräte fallen im Sicherheitscheck durch.

Wenn Technik zum Problem wird

Besonders kritisch wird es, wenn Mähroboter nachts laufen. Dennoch lehnt Oberbürgermeister Sven Schulze ein generelles Nachtfahrverbot ab – mit Verweis auf rechtliche Zuständigkeiten. Ein Vorstoß der Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen wurde daher abgelehnt.

In einem offiziellen Schreiben erklärte Oberbürgermeister Schulze: „Es handelt sich beim beantragten Sachverhalt um eine Maßnahme im Aufgabenbereich des Bundesnaturschutzes i. V. m. dem Sächsischen Naturschutzgesetz [...] Auch wenn es sich nur um einen Prüfauftrag handelt, greift dieser Antrag bereits in die Kompetenzen des Oberbürgermeisters ein.“

Doch der Widerstand wächst. In Köln, Düsseldorf und bald auch in Leipzig gelten nach Angaben der Fraktionen bereits strengere Regeln. Warum also nicht auch in Chemnitz? Toni Späth (LINKE) und Volkmar Zschocke (GRÜNE) fordern klare Maßnahmen: eine Allgemeinverfügung zum Schutz unserer heimischen Tiere – kein generelles Verbot, sondern ein sinnvoller Kompromiss.

Jeder kann etwas tun

Nicht nur Mähroboter, auch Freischneider, Laubbläser und Co. setzen der Artenvielfalt massiv zu. Wer seinen Garten naturnah pflegt, tut deshalb nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selbst einen Gefallen. Weniger Technik, mehr Leben – klingt das nicht nach einem fairen Tausch?