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Leipzig: Geht hier etwa eine Frau mit einem Tiger Gassi?

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Was ist das denn bitte? Diesen Schnappschuss will jetzt eine Augenzeugin im Leipziger Ortsteil Lausen-Grünau gemacht haben. Darauf soll zu sehen sein, wie eine Frau mit einem Tiger-Baby an der Leine fröhlich durch die Messestadt spaziert. Oder ist das ein Wildschwein mit Hasenohren? 

Bei dem Raubtier-„Frauchen“ soll es sich um eine bekannte, in Leipzig lebende Tigerdompteurin handeln. Die Augenzeugin will sie beim Gassigehen mit dem wenige Monate alten Tiger in einem Leipziger Wohngebiet beobachtet haben. Sie glaubt, dass das junge Raubtier dort illegal gehalten werde.

„Ein derartiger Umgang mit dem Tigerwelpen erscheint nicht nur aus Tierschutzsicht kritisch, sondern aufgrund des Gefahrenpotentials verantwortungslos“, so ein Sprecher der Tierschutzorganisation PETA. Man habe den Fall der Veterinärbehörde des Landkreises Nordsachsen gemeldet. Dieser habe ein Verfahren eingeleitet.

Die Dompteurin sei bereits in der Vergangenheit mehrfach wegen Missständen in der Tierhaltung aufgefallen, heißt es weiter. Unter anderem soll sie auf Tiger mit einem Stock eingeschlagen haben. Und: „2019 meldete eine Whistleblower, dass die Tiger im Stammquartier in einem kleinen Zirkuswagen ohne Auslauf und Nahrung eingesperrt worden seien.“

PETA kritisiert unter anderem auch, dass in Zirkusbetrieben geborene Tiger oft bereits als Babys von der Mutter getrennt und per Handaufzucht auf den Menschen fehlgeprägt würden. Oft werde dann die Schutzbehauptung aufgestellt, die Babys seien von den Eltern verstoßen worden oder die Mutter hätte zu wenig Milch gehabt.