Landkreis SOE will Lockdown trotz Rekord-Inzidenz verhindern
Im Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge wird wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch die Marke von 1.000 bei der Inzidenz überschritten. Damit rechnet Landrat Michael Geisler, der sich am Montagnachmittag zu der dramatischen Lage äußerte. Es gelte jetzt, mit allen Mitteln einen Lockdown zu verhindern, sagte Geisler in Pirna. Hilfe erhofft er sich von der Bundeswehr bei der Kontaktverfolgung und vom Land bei der Beschaffung von Impfstoff.
Laut Geisler beträgt die Impfquote im Landkreis nur 51 Prozent. Damit könne man keiner Pandemie begegnen, so Geisler weiter. Geisler sprach sich auch dafür aus, wieder kostenfreie Tests für alle anzubieten. „Testen, testen, testen“ heiße das Gebot der Stunde. Bis es wieder Bürgertests gebe, würden Lücken mit eigenen Reserven überbrückt.
„Wir wollen erreichen, dass die Krankenhäuser und Rettungsdienste nicht überlastet werden“, betonte Geisler. Momentan seien 105 Normalbetten und 34 Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt. Damit seien im Prinzip nur noch fünf Normalbetten und ein Intensivbett für diese Patientengruppe frei. Die Kliniken würden durch hausinterne Verlegungen Kapazitäten schaffen. Da sei aber ein Ende in Sicht, sagte der Landrat. Es gebe auch die Überlegung, Kurkliniken einzubinden, um mehr Kapazitäten zu bekommen. Allerdings fehle es vor allem an Fachpersonal.
Die Einhaltung der seit Montag in einigen Bereichen Sachsens geltenden 2G-Regel (geimpft oder genesen) will das Landratsamt mit verstärkten Kontrollen überprüfen. Dazu würden zehn Kontrollteams mit je drei Leuten gebildet, sagte Geisler. Er rechne damit, dass jetzt wie bei der vorigen Corona-Welle wieder bis zu 500 Mitarbeiter und damit Hälfte des Personals im Landratsamt mit der Bewältigung der Pandemiefolgen beschäftigt sein wird. Der Dienstbetrieb der Verwaltung werde eingeschränkt. Das treffe aber nicht auf die Kfz-Zulassung, die Führerscheinbehörde und das Jugend- und Sozialamt zu.
Um in den eigenen Reihen einen guten Überblick zu haben, sollen alle Nichtgeimpften in der Verwaltung regelmäßig getestet werden. Das werde auch den Geimpften offeriert. Zudem kündigte der Landrat mehr Impfangebote an. Dazu sollen in Pirna, Freital, Sebnitz und Dippoldiswalde feste Impfstellen eingerichtet werden.
