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99-jährige KZ-Sekretärin will Freispruch in Leipzig

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Der Bundesgerichtshof verhandelt am Mittwoch in Leipzig die Revision einer 99-jährigen, früheren KZ-Sekretärin verhandelt. Die in einem Altenheim bei Hamburg lebende Rentnerin war Ende 2022 wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 11.000 Fällen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Als junge Schreibkraft habe sie während des zweiten Weltkrieges im KZ Stutthof bei Danzig gearbeitet. In dem Vernichtungslager starben schätzungsweise rund 65.000 Menschen.

Die 99-Jährige ist gegen das Urteil in Revision gegangen. Ihr Verteidiger fordert einen Freispruch. Denn unter anderem sei nicht nachweisbar, dass die Sekretärin damals über die Vorgänge Bescheid wusste. Angesichts der Massenmorde scheint das jedoch ziemlich realitätsfern. Es dürfte für die Justiz einer der letzten NS-Fälle sein, die noch verhandelt werden. Das endgültige Urteil soll noch im August fallen.