++ EIL ++

Klinikum Chemnitz geht in Notfallversorgungsmodus

Zuletzt aktualisiert:

Am Chemnitzer Klinikum hat sich die Lage angesichts steigender Corona-Zahlen dramatisch zugespitzt. Die Situation könne als katastrophal bezeichnet werden, sagte der ärztliche Direktor Ralf Steinmeier. Weil der größte Engpass vor allem bei den Intensivstationen liegt, geht das Klinikum in den Notfallversorgungsmodus über. Dadurch werden Operationen aktuell auf die absoluten Notfälle reduziert.

Aktuell sind am Klinikum vier von insgesamt 16 OP-Sälen in Betrieb. Wie lange dieser Notfallversorgungsmodus aufrechterhalten werden muss, ist nicht absehbar.  Die Bundeswehr ist seit Freitag außerdem mit 15 Soldaten unterstützend im Einsatz.  Am Morgen sind 15 nicht-medizinisch ausgebildete Soldaten aus dem Versorgungsbataillon 131 aus Bad Frankenhausen/Thüringen in Chemnitz angekommen und werden den Mitarbeitern des Klinikums in den nächsten Wochen zur Seite stehen. „Wir sind sehr dankbar, dass unserem Antrag auf Unterstützung zugestimmt wurde“, sagt Prof. Steinmeier. Das Haus verspreche sich davon eine Entlastung. Die Kollegen auf Zeit werden in allen Brennpunkt-Bereichen eingesetzt.

Unterstützung gibt es im Klinikum auch aus den eigenen Reihen. Nach einem Aufruf der Geschäftsführung an alle Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Bereichen zu helfen, haben sich bereits rund 50 Freiwillige gemeldet. „Dies bietet eine zusätzliche Möglichkeit, unsere Leistungsfähigkeit ein wenig zu stabilisieren und die Überlastung Einzelner zu vermeiden“, sagt Dirk Balster.

Alle Maßnahmen, die im Krankenhaus ansetzen, wirken jedoch am Ende der Infektionskette. „Wichtiger wäre, dass es gar nicht erst zu Infektionen oder wenigstens nicht zu schweren Krankheitsverläufen kommt. Nur das würde die Intensivstationen der Krankenhäuser im Sinne aller Patienten tatsächlich entlasten“, sagt Dr. med. Thomas Grünewald, Leiter der Klinik für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum Chemnitz und Chef der sächsischen Impfkommission. Der Infektiologe mahnt deshalb alle – Ungeimpfte wie Geimpfte – eindringlich, Kontakte jetzt drastisch zu reduzieren, die Schutzmaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstand halten und Händehygiene strikt einzuhalten und vor allem, jedes nur erdenkliche Angebot zur Impfung zu nutzen – zur Auffrischung des Impfschutzes, aber auch zur Erst- und Zweitimpfung. „Wir müssen die vierte Welle brechen – hierzu benötigen wir dringend einen harten Lockdown.“