• Die Ministerin bei der Vorstellung des Sächsischen Tierschutzberichtes. (c) Arno Burgi/ dpa

Klepsch nimmt Verbraucher bei Tierschutz in die Pflicht

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Staatsministerin Barbara Klepsch hat auf die Verantwortung der Verbraucher bei der Durchsetzung des Tierwohls verwiesen. Sie entschieden an der Ladentheke über den Stellenwert des Tierschutzes, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch bei der Vorlage des Tierschutzberichts 2017 im westsächsischen Schönberg (Landkreis Zwickau).

In der Nutztierhaltung gebe es einen Paradigmenwechsel. Viele sächsische Betriebe passten ihre Haltungsbedingungen bereits an die Bedürfnisse der Tiere an und nicht umgekehrt. Als Beispiele nannte Klepsch den Verzicht auf das Beschneiden der Ringelschwänze bei Schweinen oder der Schnäbel in der Geflügelzucht. «Dass es dies nicht umsonst geben kann, muss auch klar sein», sagte die Verbraucherschutzministerin.

Sie wolle, «dass auch Rinder künftig wieder Horn tragen und Legehennen mit intakten Schnabelspitzen picken». Seit Januar vergangenen Jahres werde bei Legehennen in Sachsen auf die Einstallung von schnabelgekürzten Junghennen verzichtet. Bei den Ringelschwänzen der Ferkel würden Tierhaltern gemeinsam mit der Sächsischen Tierseuchenkasse betriebsindividuelle Lösungsvorschläge unterbreitet, um auf das Kupieren der Schwänze zu verzichten.

Der Bericht informiert über den Zeitraum ab Mitte 2014 bis Herbst vergangenen Jahres. 2016 lebten im Freistaat 653 307 Schweine in 2584 Betrieben. Davon wurden 290 Betriebe kontrolliert; es gab 23 Beanstandungen.

Von den 5604 Rinder haltenden Betrieben in Sachsen wurden 2016 855 überprüft. In 58 Betrieben wurden Mängel festgestellt. Laut Bericht lagen die Mängel häufig in unzulänglichen baulichen Voraussetzungen, in der Anbindehaltung von Kälbern sowie der Futter- und Wasserversorgung der Tiere.

Von den 9093 sächsischen Geflügelbetrieben wurden 2016 insgesamt 462 überprüft und nur zehn beanstandet, was einer Quote von 2,2 Prozent entspricht. (DPA)