Jüdische Gemeinde begeht Gründungsjubiläum
Die Jüdische Gemeinde in Chemnitz feiert am Montag, den 7. September ihr 135-jähriges Gründungsjubiläum. Zu dem Festakt wird auch der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erwartet. Er wird sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen, gemeinsam mit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, Ruth Röcher.
Die Jüdische Gemeinde wurde offiziell am 19. November 1885 gegründet, nachdem bereits zehn Jahre zuvor, 1875, der Israelitische Frauenverein in Chemnitz gegründet worden war. 1899 zählte die Gemeinde 1.000 Mitglieder. Am 7. März desselben Jahres wurde die Synagoge am Stephanplatz auf dem Kaßberg eingeweiht. 24 Jahre später, 1923, hatte die Gemeinde 3.500 Mitglieder.
In der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde die Synagoge am Stephanplatz zerstört. In den Jahren von 1940 bis 41 lebten in Chemnitz verbliebene jüdische Einwohner in Judenhäusern konzentriert. 1942 wurden sie in die Vernichtungslager deportiert.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte die Jüdische Gemeinde ab September 1945 mit 57 zurückgekehrten Mitgliedern wieder auf. Die Wiedergründung erfolgte im Gebäude des heutigen Georgius-Agricola-Gymnasiums. Am 5. März 1947 war die Gemeinde offiziell als Körperschaft des öffentlichen Rechts wieder anerkannt worden. 1961 wurde das Gemeindehaus auf der Stollberger Straße 28 eingeweiht. 41 Jahre später, im Mai 2002, wurde die neue Synagoge und Gemeindezentrum an der Stollberger Straße 28 eingeweiht.