Intercity-Züge sollen ab 2022 wieder Chemnitz ansteuern
Am Chemnitzer Hauptbahnhof könnten schon ab dem nächsten Jahr wieder Fernzüge halten. Dazu soll die Intercity-Linie, die von Berlin nach Dresden fährt, bis nach Chemnitz verlängert werden. Entsprechende Pläne hat der Verkehrsverbund Mittelsachsen bestätigt.
„Wir arbeiten gemeinsam mit dem Freistaat und der Deutschen Bahn an einer umsteigefreien Verbindung“, sagte uns ein Sprecher des VMS. Zunächst soll es zwei Verbindungen am Morgen nach Berlin und abends zwei zurück geben. Und zwar solange, bis die Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig vollständig für den Fernverkehr elektrifiziert ist. Die Details für das Vorhaben müssen aber noch geklärt werden.
„Derzeit werden die notwendigen Schritte vorbereitet, damit eine europaweite Ausschreibung der Streckenleistung durch den Zweckverband Verkehrsbund Mittelsachsen durchgeführt werden kann“, heißt es aus dem Verkehrsministerium in Dresden. „Dafür müssen jedoch noch die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen im weiteren Verfahren der Haushaltsberatungen geschaffen werden.“ Erst wenn das geschehen ist, kann die Strecke ausgeschrieben werden. Neben der Deutschen Bahn könnten dabei auch andere Eisenbahnunternehmen zum Zug kommen.
Chemnitz ist seit 16 Jahren vom Fernverkehr abgekoppelt. Mit der Nominierung zur Europäischen Kulturhauptstadt ist allerdings der öffentliche Druck gewachsen. Zuletzt hatten die Chemnitzer Bundestagsabgeordneten lautstark eine zügige Fernverkehrsanbindung noch vor 2025 gefordert, allen voran Detlef Müller (SPD), der selbst an der Lösung des Problems mitgearbeitet hat.
Oberbürgermeister Sven Schulze reagierte erfreut auf die Nachricht. „Die Fernbahnanbindung ist ein seit Jahren leidiges Thema für Chemnitz. Nun scheint eine Möglichkeit gefunden, einen Fernbahnanschluss über Dresden und Berlin zu realisieren und ich bin dankbar, dass der Zweckverband und das Verkehrsministerium da an unserer Seite stehen“, so das Stadtoberhaupt.
„Allerdings ist noch nicht alles geklärt. Da sich die Strecke nicht von selbst rechnen wird, müssen Gelder bereitgestellt werden. Es ist ein starkes Zeichen für Chemnitz, dass der Freistaat Sachsen dazu bereit ist“, so Schulze weiter.