• Foto: dpa

    Foto: dpa

Innenminister Wöller: Fahrradgate der Polizei «unentschuldbar»

Zuletzt aktualisiert:
Autor: dpa

Im Skandal um den Weiterverkauf gestohlener Fahrräder innerhalb der sächsischen Polizei hat Innenminister Roland Wöller die zögerliche Information der Öffentlichkeit verteidigt. Zu laufenden Ermittlungen könne er keine Angaben machen, dafür sei die Staatsanwaltschaft zuständig, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Dresden. Er vertraue darauf, dass nun zügig ermittelt und alle Beteiligten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Vorgänge seien «ungeheuerlich und unentschuldbar». Das Vertrauen in die Polizei sei dadurch beschädigt worden.

Das sogenannte Fahrradgate war erst vorige Woche durch einen Bericht der «Dresdner Morgenpost» bekannt geworden. Aus der Polizeidirektion Leipzig heraus soll ein günstiger Verkauf von sichergestellten, hochwertigen Rädern an Beamte und deren Verwandte organisiert worden sein. Es soll um rund 1000 Fahrräder gehen. Ermittelt wird schon seit Sommer 2019. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Leipzig die Ermittlungen geführt, in dieser Woche übernahm die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden.

Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze sagte, er sei zutiefst enttäuscht über die Vorgänge in seiner Dienststelle. «Ich werde alles dafür tun, dass die Geschehnisse lückenlos aufgeklärt werden», sagte er. Die Komplexität des Sachverhalts sei im vorigen Sommer noch nicht absehbar gewesen, sagte Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar. Im Dezember habe sich das Ausmaß dann vergrößert. Er habe daraufhin Innenminister Wöller unverzüglich informiert.