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  • Ballettdirektorin Sabrina Sadowska,Figurentheaterdirektorin Gundula Hoffmann,Schauspieldirektor Carsten Knödler, Generalintendant Dr. Christoph Dittrich, Operndirektorin Christine Marquardt und Generalmusikdirektor Benjamin Reiners (v.l.) beid der Vorstellung des neuen Programms.

Am Theater viel Neues - und höhere Preise

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Die Theater Chemnitz gehen mit viel Schwung in die neue Spielzeit 2026/2027. Mehr als 30 Premieren, zahlreiche Konzerte und viele bekannte Titel zeigen: Das Haus setzt auf Breite, auf Qualität und auf Stoffe, die neugierig machen. Gleichzeitig müssen sich Besucher auf höhere Preise einstellen. Lohnt sich das? Ein Blick auf die Höhepunkte legt die Antwort nahe.

Publikum bleibt dem Theater treu

Generalintendant Dr. Christoph Dittrich sieht das Haus weiter im Aufwind. „Wir hatten hervorragenden Publikumszuspruch und wir spüren, dass dieser Publikumszuspruch auch nachklingt.“ Auch die Auslastung sei weiter sehr gut. Dazu kämen überregionale Buchungen von Gruppen, die eigens nach Chemnitz reisen, um Produktionen zu sehen und mit dem Theater ins Gespräch zu kommen. Das ist mehr als ein Achtungserfolg. Es zeigt, dass Chemnitz kulturell inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen wird.

Genau diese Energie wollen die Verantwortlichen mitnehmen. Das Theater soll nicht nur Spielstätte sein, sondern ein Ort, an dem sich die Stadt begegnet, reibt und wiedererkennt.

Große Namen im Opernhaus

Im Musiktheater beginnt die Saison mit einem echten Ausrufezeichen. Ab 19. September 2026 läuft „Titanic – The Musical“ im Opernhaus. Ein international gefeiertes Stück, das erstmals in Chemnitz zu sehen ist. Große Gefühle, große Bilder, ein Stoff mit Sogkraft.

Danach bleibt das Niveau hoch. Richard Wagners „Tannhäuser“ kommt ebenso auf den Spielplan wie Verdis „Il trovatore“ und Mozarts „Le nozze di Figaro“. Dazu kehrt mit „Rummelplatz“ eine Produktion zurück, die seit ihrer Premiere durchgehend ausverkauft war. Man könnte sagen: Dieses Stück hat sich längst vom Geheimtipp zum Dauerbrenner gespielt.

Ballett und Schauspiel setzen starke Akzente

Auch das Ballett verspricht Glanzpunkte. Sabrina Sadowska widmet sich in „Hans Christian A“ dem Leben und der Welt des Dichters Hans Christian Andersen. Das klingt nach Poesie, Fantasie und einer Choreografie, die nicht nur Schrittfolgen zeigt, sondern Bilder im Kopf entstehen lässt.

Im Schauspiel reicht die Spannweite von Schillers „Der Parasit“ bis zu Mary Shelleys „Frankenstein“. Später folgt mit der „Rocky Horror Show“ ein Kulttitel, der die Bühne ordentlich aufmischen dürfte. Dazu kommen familienfreundliche Stoffe wie „Der Feuervogel“ und das Open-Air-Stück „Igraine Ohnefurcht“. Klassisch, schräg, fantasievoll – das Programm wirkt wie ein gut sortierter Werkzeugkasten für viele Geschmäcker.

Figurentheater feiert Geburtstag und greift ein großes Thema auf

Auch das Figurentheater setzt in der neuen Saison deutliche Akzente. Es feiert sein 75-jähriges Bestehen mit einer Festwoche Anfang Dezember und zeigt mit „Wunderkinder“ eine Uraufführung über Begabung, Erwartungen und Mut. Besonders spannend wirkt aber das Kooperationsprojekt „Im Westen nichts Neues“ mit dem Theater der Jungen Welt Leipzig. Die Inszenierung ist ab 27. Februar 2027 auch in Chemnitz zu sehen und beschäftigt sich mit Fragen von Wehrdienst und gesellschaftlicher Verantwortung. Ein schweres Thema, gewiss. Aber gerade deshalb eines, das auf die Bühne gehört.

Karten werden teurer

Bei aller Lust auf Kunst gibt es eine weniger schöne Nachricht: Ab Sommer 2026 steigen die Ticketpreise um rund zehn Prozent. Dittrich verweist auf Inflation und die Pflicht, wirtschaftlich zu arbeiten. Günstigere Karten sollen dabei im absoluten Betrag weniger stark steigen als hochpreisige Plätze.

Der Vorverkauf beginnt am 18. Mai 2026. Wer sich gute Plätze sichern will, sollte also nicht zu lange warten. Denn diese Spielzeit verspricht einiges – und manches davon dürfte schneller vergriffen sein, als einem lieb ist.

Zum neuen Programm geht es hier.