Illegal entsorgter Müll belastet die Kommunen
Illegal entsorgter Müll belastet immer mehr die kommunalen Kassen. Das geht aus einer dpa-Umfrage hervor. Wie es vom Chemnitzer Umweltamt hieß, werden aktuell zwei Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt, um Umweltsündern auf die Spur zu kommen. Die Aufklärungsquote liege bei bis zu 40 Prozent. Wichtig seien dabei Zeugenhinweise. Jährlich gibt die Stadt für die Entsorgung des illegalen Mülls rund 25.000 Euro aus, hinzu kommen 20.000 Euro für das benötigte Personal.
Vor allem in abgelegenen Randgebieten der Stadt Chemnitz, aber auch in Parkanlagen, Wäldern oder sonstigen Grünflächen werde immer wieder Müll abgelagert, hieß es. Aber auch an Standplätzen der Müllcontainer würden zunehmend Sperrholz und Verpackungen zurückgelassen.
Von illegaler Müllentsorgung sind auch die Wälder betroffen. Wie der Staatsbetrieb Sachsenforst mitteilte, lassen die Täter meist in der Nähe schwer einsehbarer Parkplätze an viel befahrenen Straßen nicht nur Sperrmüll wie Matratzen, Baustoffe und Haushaltsgeräte zurück, sondern immer wieder auch Gartenabfälle. Diese jedoch enthielten mitunter Pflanzen, Früchte und Samen, die im Wald nicht heimisch seien, sagte Sachsenforst-Sprecher Renke Coordes.
Zudem würden Gartenabfälle den Boden mit Stickstoff anreichern, erklärte Coordes. Als Folge von Schimmel- und Gärprozessen könnten für den Wald wichtige Mikroorganismen im Boden absterben. Eine zentrale Statistik zum Müll im Wald gibt es nicht. Wer ertappt wird, muss mit einer Geldbuße bis zu 2500 Euro und in besonders schweren Fällen auch mit bis zu 10 000 Euro rechnen.
In einem Waldstück bei Roßwein (Mittelsachsen) hatten Unbekannte erst unlängst rund 50 alte Reifen hinterlassen. Aber auch Grünschnitt, Asbest oder alte Autos würden wild entsorgt, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Mittelsachsen in Freiberg. 2020 seien rund 380 Anzeigen wegen unzulässiger Abfallentsorgung, Ablagerung von Autowracks, Müllbränden und Bodenverunreinigungen bearbeitet worden. Die Entsorgung habe etwa 107 700 Euro gekostet - deutlich mehr als im Jahr zuvor, als der Landkreis dafür 29 000 Euro aufbringen musste.
