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Hubschrauber-Absturz bei Grimma: Dritter Insasse tot geborgen

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Nach dem Hubschrauberabsturz bei einem Übungsflug der Bundeswehr in Sachsen ist auch das dritte Besatzungsmitglied tot geborgen worden. „Unsere Befürchtungen sind nun traurige Gewissheit. Der Tod des dritten Crew-Mitglieds erfüllt die gesamte Bundeswehr und mich mit tiefer Trauer“, teilte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit. Er wolle den Familienangehörigen und Freunden sein Mitgefühl ausdrücken.

„Natürlich denke ich auch an die Angehörigen des Hubschraubergeschwaders 64. Eine Soldatin und zwei Soldaten haben im Dienst für unser Land ihr Leben gelassen“, sagte Pistorius. „Bitte stützen Sie sich gegenseitig und passen Sie auf sich auf.“

Der Hubschrauber, der im Flugbetrieb der Bundeswehr eingesetzt war, war am Dienstagvormittag nach einer Tiefflugübung aus bislang ungeklärten Gründen in die Mulde bei Grimma gestürzt. Die offizielle Untersuchung der Unglücksursache führt der General Flugsicherheit in der Bundeswehr – das militärische Gegenstück zur zivilen Flugunfalluntersuchung.

Helikopter und Eurofighter an Suche beteiligt

Mehr als 200 Einsatzkräfte halfen die vergangenen Tage bei der Suche nach dem Vermissten. Bundeswehrsoldaten durchkämmten die Uferbereiche des Flusses, zudem flog ein Such- und Rettungshubschrauber der Bundeswehr über das Absturzgebiet. Diese hatten spezielle Sensorik an Bord.

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Wrack mittlerweile geborgen

Das Wrack des abgestürzten Hubschraubers ist mittlerweile aus dem Fluss geborgen worden. Das bestätigte eine Sprecherin der Luftwaffe auf Anfrage. Demnach sei der Helikopter nicht mehr an der Unglücksstelle. 

Unglücksmaschine war im Tiefflug unterwegs

Zur Unglücksursache laufen die Untersuchungen, wie der Luftwaffensprecher sagte. Der verunglückte Hubschrauber sei in einem Tiefflug unterwegs gewesen. Der Absturz ereignete sich unweit einer Brücke über die Autobahn 14. 

Tiefflüge in einer Höhe von unter 500 Fuß - das sind etwa 150 Meter - gehören zum Trainingsprogramm für Hubschrauberbesatzungen dazu. Dies könne auch das Unterfliegen von Leitungen oder Brücken umfassen, weil das im Einsatz ebenfalls nötig sein könnte. Bei so niedrigen Flügen gebe es bisweilen keinen Radar- oder Funkkontakt. „Das ist kein Zeichen, dass etwas nicht stimmt, sondern das gehört dazu“, sagte der Sprecher.

Nach dem Absturz hat die Bundeswehr das Gebiet an der Mulde zum militärischen Sicherheitsbereich erklärt und weiträumig abgesperrt. Zudem wurde eine Flugverbotszone eingerichtet.

Ölsperre auf der Mulde entfernt

Der Fluss Mulde bei Grimma wird nach dem Hubschrauberabsturz wieder für Wassersportler freigegeben. Die Ölsperre werde am Vormittag entfernt, teilte der Landkreis Leipzig wird. Sie sei errichtet worden, um zu verhindern, dass sich auslaufendes Kerosin aus dem Helikopter-Wrack weiter in der Mulde ausbreite.

Voraussichtlich ab Mittag sollen Paddler wieder dort unterwegs sein können. Es könne aber noch Beeinträchtigungen durch die Untersuchungen von Polizei und Bundeswehr geben.