++ EIL ++

Holzkirche vom Kaßberg wird am Kappelbach wieder aufgebaut

Zuletzt aktualisiert:

Eine kleine Holzkirche, die früher auf dem Kaßberg stand, soll an der Zwickauer Straße wieder aufge­baut werden. Der Chemnitzer Investor Jörg Mierbach will das Gebäude auf dem Areal der früheren Leuch­ten­fa­brik aufstellen und als Gaststätte betreiben, auch ein Biergarten direkt am Kappel­bach ist geplant. Derzeit werden die einge­la­gerten Einzel­teile der Kirche restau­riert, der Aufbau beginnt Ende Mai. Zum Tag des offenen Denkmals im September soll das ehema­lige Gottes­haus wieder stehen, kündigt Mierbach an. Zur Eröff­nung will er auch die ameri­ka­ni­sche Botschaft nach Chemnitz einladen. Das hängt mit der einzig­ar­tigen Geschichte der kleinen Kapelle zusammen. Christen aus den USA hatten die Fertig­teil­kirche den Chemnit­zern nach dem Zweiten Weltkrieg geschenkt. Sie stand an der Ecke Kaßberg­straße/Weststraße und diente der Dreiei­nig­keits­ge­meinde jahrzehn­te­lang als Notkirche. Die Stein­kirche der Gemeinde war am 5. März 1945 von den Ameri­ka­nern zerbomt worden, als Wieder­gut­ma­chung kam die Fertig­teil­kirche aus den USA nach Chemnitz. Bis zur Einwei­hung der neuen Kirche 1979 wurden in dem Holzhaus Gottes­dienste abgehalten. Danach wurde sie entwidmet und stand lange Zeit leer. Für Denkmal­pfleger hat die knapp 160 Quadrat­meter große Kapelle stadt­ge­schicht­lich und baukünst­le­risch einen hohen Wert. Deshalb wurde sie 2001 in die Liste der Kultur­denk­mäler in Sachsen aufge­nommen. Dennoch durfte sie 2009 abgetragen werden.Jetzt soll die Kirche soll auf dem Gelände der ehema­ligen Leuch­ten­fa­brik zwischen Zwickauer Straße und Ahorn­straße einen neuen Platz finden. Dort ist in den vergan­genen Jahren aus den ehema­ligen Ruinen inzwi­schen ein neues Fahrrad­ge­schäft entstanden. Der Chef von „Little John Bikes“, Torsten Hahn, freut sich auf die Biker-Kirche: „Wenn unser Verkehrs­garten am Kappel­bach fertig ist, können die Kids dort in Ruhe ihre Runde drehen, während sich die Eltern im Biergarten vor der Kapelle ein Radler gönnen.“ Derzeit wird das Gelände oberhalb des Kappel­bachs für den Rundkurs vorbe­reitet. Es soll im September parallel mit der Eröff­nung der Kirche freige­geben werden.