Hochwasser in Sachsen
Starke Regenfälle haben am Samstag vor allem in Ostsachsen und der Sächsischen Schweiz Straßen und Grundstücke überflutet. Flüsse traten über die Ufer. Besonders angespannt war die Lage in Neustadt in Sachsen, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch. Einzelne Ortslagen waren vorübergehend nicht erreichbar. Auch Gemeinden im Süden des Landkreises Bautzen hatte es erwischt.
17:10 Uhr: Der Kreis Bautzen ist beim Hochwasser mit einem blauen Auge davon gekommen. Das sagte uns Landrat Michael Harig. Er war gestern in den betroffenen Gemeinden unterwegs. Die Schäden seien geringer als 2010 oder 2013. Bewohner hätten sich selbst beholfen, z.B. mit Sandsäcken – und die Kommunen im Zusammenspiel mit den Feuerwehren reagiert. Beim Hochwasserschutz sei aber noch Luft nach oben.
16:20 Uhr: Den vom Hochwasser betroffenen Menschen in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz soll geholfen werden. Das hat heute Ministerpräsident Michael Kretschmer angekündigt. Der Freistaat will auch die Kommunen beim Wiederaufbau der Infrastruktur unterstützen. Derzeit werde ein Schadensbild erstellt. Morgen befasst sich das Kabinett mit dem Hochwasser vom Wochenende.
16:10 Uhr: Sachsen rechnet nach Starkregen und Überflutungen in Ostsachsen und in der Sächsischen Schweiz mit Schäden in Millionenhöhe. Bisher sei das aber noch nicht beziffert, sagte Umweltminister Wolfram Günther (Grüne). Straßen, Eisenbahngleise, Brücken und Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene sollten die Schäden bei ihren Gemeinden anzeigen.
Montag, 7:30 Uhr:Nachdem die Bahnstrecke Dresden-Prag wegen Bergungsarbeiten nach extremem Unwetter zwischenzeitlich voll gesperrt war, wird sie seit der Nacht zu Montag wieder eingleisig befahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn kann es jedoch durch die anhaltende Beeinträchtigung des Zugverkehrs zwischen Bad Schandau und Dečin weiterhin zu Verspätungen von bis zu 60 Minuten und kurzfristigen Zug- und Haltausfällen kommen.
16:15 Uhr: Kraftfahrer in den ostsächsischen Hochwassergebieten müssen auch zu Wochenbeginn mit Verkehrsbehinderungen rechnen. Gesperrt waren heute die B 172 Pirna-Schmilka, sowie die S 169 in Krippen und von Krippen nach Reinhardtsdorf-Schöna sowie die S 154 zwischen Bad Schandau und Steinigtwolmsdorf. Wie das Landratsamt in Pirna weiter mitteilte, seien auch mehrere Buslinien betroffen.
13:26 Uhr:An der Talsperre Quitzdorf wurde ein Pumpenausfall behoben. An der Neiße wurde der zum Teil zerstörte Wildschweinzaun wieder instandgesetzt.
13.20 Uhr:Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem en Dečin (Tetschen) bleibt vorerst gesperrt. Darüber informierte die Deutsche Bahn. Betroffen war neben dem Nahverkehr die Fernverkehrsverbindung Dresden-Prag. Nach Auskunft der Deutschen Bahn wurde vorerst ein Busnotverkehr zwischen Dresden und Usti nad Labem (Aussig) eingerichtet.
12.35 Uhr: Kritisch ist die Situation noch am Hoyerswerdaer Schwarzwasser in Zescha. Dort besteht Hochwasseralarmstufe 3. Alarmstufe 2 gilt für die Schwarze Elster am Pegel Neuwiese.
10:50 Uhr: Das Landeshochwasserzentrum hat Entwarnung für die Nebenflüsse der Oberen Elbe gegeben. „Mit dem Nachlassen der Niederschläge ab den Nachtstunden beruhigte sich die Lage, und die Wasserführung in den Fließgewässern fiel deutlich“, hieß es. Nur noch am Pegel der Wesenitz in Bischofswerda wurde Alarmstufe 1 erreicht. In den Unterläufen von Kirnitzsch, Lachsbach und Wesenitz fielen die Wasserstände deutlich. Der Behörde zufolge hatte es in den Einzugsgebieten der Kirnitzsch, der Sebnitz, der Polenz und der Wesenitz lokal innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. Daraufhin war es am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag zu Überschwemmungen und Erdrutschen gekommen.
06:47 Uhr:Zugespitzt hat sich die Lage an der Wesenitz in Bischofswerda und am Hoyerswerdaer Schwarzwasser im Hoyerswerdaer Ortsteil Zeißig. Dort gilt derzeit die Alarmstufe 3. Die Feuerwehr ist ausgerückt.
06:45 Uhr: Die Feuerwehren in der Oberlausitz sind bislang zu über 380 Unwetter-Einsätzen ausgerückt - davon entfielen 240 auf den Landkreis Bautzen und knapp 150 auf den Landkreis Görlitz.
05:50 Uhr: Die Pegel vieler Flüsse fallen. Die Sebnitz und die Polenz in Neustadt/Sachsen sind wieder unter der Hochwasserstufe 1, ebenso die Mandau in Großschönau und das Landwasser in Niederoderwitz. Noch kritisch ist der Pegel der Neiße in Zittau. Es gilt derzeit die zweithöchste Alarmstufe 3. In der Nacht war die 4 ausgerufen worden.
Sonntag, 0:15 Uhr: Heftige Regenfälle sorgten auch in Westsachsen für Überschwemmungen. Betroffen war vor allem Oberlungwitz, hier trat der Lungwitzbach über die Ufer. Die B173 musste deshalb gesperrt werden. Auch in Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand gab es Schäden durch Überflutungen.
22:10 Uhr: Aus dem Lagezentrum des Innenministeriums hieß es kurz nach 22 Uhr: „Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar“.
20:50 Uhr: Die Feuerwehr rückte in den Landkreisen Bautzen und Görlitz zu weit über 100 Einsätzen aus.
20:00 Uhr: In Steinigtwolmsdorf-Ringenhain im Kreis Bautzen fiel ein 15-jähriger Junge in die Fluten. Er konnte sich retten und blieb unverletzt, sagte uns der Diensthabende der Polizeidirektion Görlitz. Die Wesenitz trat über die Ufer. Grundstücke und Wohnhäuser wurden überflutet. Der Keller eines Pflegeheimes in Wilthen lief voll.
19:50 Uhr: Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin wurde gesperrt. Im Kirnitzschtal (siehe Video) ist es zu mehreren Hangrutschen gekommen. Häuser mussten evakuiert werden. Der Bahnverkehr nach Tschechien wurde eingestellt. Das betrifft auch die Fernzüge zwischen Dresden und Prag. Örtlich fielen in der Sächsischen Schweiz bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter.
19:30 Uhr: Die Polizei sperrte Bundesstraßen. An der B 96 in Oderwitz waren Bäume umgestürzt. Die Lage in Neukirch/ Lausitz hatte sich vorübergehend so zugespitzt, dass erwogen wurde, den Katastrophenalarm auszulösen. Allerdings beruhigte sich die Situation inzwischen wieder etwas.
Informationen zu den Pegelständen gibt es beim Landeshochwasserzentrum.
Audio:
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— Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (@LfULG) July 17, 2021
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— HerrWue (@HerrWue) July 17, 2021