Hochwasserlage bleibt angespannt
Die Hochwassersituation wird sich am Sonntag noch einmal verschärfen. Davon geht Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung aus. "Weitere Niederschläge in den kommenden Stunden werden die Wasserstände schnell ansteigen lassen – auch in der Region Chemnitz/Zwickau." Vor allem an der Mulde und der Weißen Elster rechnet das Landeshochwasserzentrum bis zum Sonntag mit steigenden Wasserständen und der höchsten Alarmstufe vier.
Im gesamten Freistaat steige das Wasser, sagte Anne Matthies vom Landeshochwasserzentrum am Samstag. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte erneut vor ergiebigem Dauerregen in Südwestsachsen mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter bis Sonntagmorgen.
Überschwemmungen gab es in Grimma, wo in der Nacht zum Samstag die Mulde über die Ufer getreten war und mehrere Straßen und Häuserzeilen nahe dem Fluss überschwemmte. Pflegebedürftige Anwohner wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. In einer Turnhalle ist eine Notunterkunft eingerichtet worden. Nach einer Entspannung am Nachmittag verzichtete die Stadt aber vorerst auf eine Evakuierung der Innenstadt. In Chemnitz ist die Wasserwehr weiterhin im Einsatz und kontrolliert, ob die Flüsse, Einläufe und Brücken frei von Treibgut sind. So musste die Feuerwehr im Pleißenbach in Röhrsdorf zum Beispiel einen Baum aus dem Wasser holen, der umgestürzt war. Anwohner an den von Warnstufen betroffenen Flussabschnitten wurden per Sirene, Lautsprecherdurchsagen und den SMS-Warndienst informiert. Alle Flüsse werden von Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehren und Ordnungsamt laufend beobachtet und regelmäßig kontrolliert. An den Einsätzen waren am Freitag zwei Feuerwachen der Berufsfeuerwehr, 13 der 15 Freiwilligen Feuerwehren sowie zahlreiche Ämter der Stadtverwaltung beteiligt. Seit heute Morgen wurden rund 80 Einsätze im gesamten Stadtgebiet gefahren. Meist mussten vollgelaufen Keller und Gullys ausgepumpt, überflutete Straßen von Wasser und Schlamm beräumt sowie Treibgut an Brücken beseitig werden. Mehr als 3700 Sandsäcke wurden an den Ausgabestellen verteilt, weitere 20 Tonnen Sand sind für den Bedarf am Wochenende angefordert. Bis gegen 21 Uhr sind folgende Abfüllstellen für Sandsäcke geöffnet: Bei den Freiwilligen Feuerwehren Erfenschlag (Dr.-Karl-Wolf-Straße 1), Glösa (Bornaer Straße 205) sowie in Klaffenbach gegenüber der Firma Baufeld. Die Ausgabestellen können bei Bedarf auch in der Nacht kurzfristig aktiviert werden. Planmäßig sind sie morgen früh wieder ab 8 Uhr geöffnet. Die Stadtverwaltung schaltet am Samstag und Sonntag vorsorglich jeweils von 8 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 0371 488-3344 ein Bürgertelefon, an das sich Ratsuchende wenden können. Hinweis für die Redaktionen: Die Pressestelle informiert auch am Wochenende aktuell per Pressemitteilung oder über den Internetauftritt der Stadt unter www.chemnitz.deDie Hochwasseralarmstufen Alarmstufe 1 Erhöhte Flusspegel. Das Landeshochwasserzentrum erfasst alle Daten und leitet sie an die Gemeinden weiter. Alarmstufe 2 Erste Überschwemmungen von Straßen und Wiesen. Besonders gefährdete Gebäude und Flüsse werden kontrolliert. Außerdem werden Wehre und Deiche überprüft. Alarmstufe 3 Erste Überschwemmung von Gebäuden und Schienen. Für Anwohner in den Hochwassergebieten steigt die Gefahr. Betroffene sollten sich bei ihrer Gemeinde über geplante Maßnahmen informieren. Wehre und Flüsse werden ständig beobachtet. Die Vorbereitungen für den Katastrophenfall laufen. Alarmstufe 4 Katastrophenalarm. Das ist die höhste Alarmstufe. Evakuierungen werden vorbereitet. Anwohner sollten sich unbedingt bei ihrer Gemeinde über die aktuelle Lage informieren und ggf. Informationen an Nachbarn und Bekannte weitergeben. Weitere Informationen über aktuelle Pegelstände gibt es hier: www.hochwasserzentrum.sachsen.de Telefonisch unter: 0351-8928260 / 0351-8928