Hinter dieser Tür geschah ein grausames Verbrechen
Aktenzeichen: 1 Ks 210 Js 34252/24: Die juristisch-nüchterne Zusammenfassung eines blutigen Streits, der tödlich endete. Am Chemnitzer Landgericht beginnt heute der Prozess gegen die 47-jährige Ivonne M. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ihren Lebensgefährten in der Nacht zum 10. September 2024 getötet zu haben.
Die Anklage
Laut Anklage soll die Frau etwa 30 Minuten nach Mitternacht in einer Wohnung in der Carl-von-Ossietzky-Straße (Lutherviertel) mit zwei Küchenmessern (Klingenlängen: elf und 20 Zentimeter) fünfmal auf den 44-Jährigen eingestochen haben.
Der Polizeieinsatz
Kurz nach Mitternacht rief ein Anwohner die Polizei. Er hatte einen lautstarken Streit aus einer Nachbarwohnung gehört. Doch plötzlich verstummten die Stimmen. Als Beamte des Polizeireviers Chemnitz-Nordost eintrafen, fanden sie die mutmaßliche Täterin im Treppenhaus. Sie war leicht verletzt und stand offenbar unter Alkoholeinfluss. In der Wohnung lag der schwer verletzte Mann. Ärzte kämpften später mit einer Not-OP um sein Leben, konnten ihn aber nicht retten. Die 47-Jährige wurde festgenommen.
Der Prozess
Die Anklage gegen Ivonne M. lautet auf Totschlag. Laut § 212 des Strafgesetzbuches wird ein Angeklagter, der einen Menschen tötet, ohne Mörder (§ 211) zu sein, mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren bestraft. In besonders schweren Fällen kann eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden. Das Landgericht Chemnitz hat für den Prozess zunächst vier Verhandlungstage angesetzt.