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Hier schwitzen Feuerwehrleute hinter Gittern

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Stellen Sie sich vor, Sie müssen sich auf allen Vieren durch dichten Rauch tasten. Die Sicht? Gleich null. Das Atmen? Nur durch ein schweres Gerät möglich. Und doch müssen Sie funktionieren – ruhig, fokussiert, entschlossen. Genau für diese Extrembedingungen trainieren Feuerwehrkräfte in der neuen Atemschutzübungsanlage in Chemnitz. „Der Atemschutzeinsatz ist für uns tatsächlich der anspruchsvollste und härteste Einsatzort“, betont Claudia Lorfing, Wachleiterin der Feuer- und Rettungswache 3.

Realitätsnahes Training für echte Lebensretter

Die topmoderne Anlage wurde für rund 210.000 Euro errichtet – ein Großteil davon gefördert vom Freistaat Sachsen. Auf über mehrere Räume verteilt, ermöglicht sie realistische Einsatzszenarien: Von der Schleuse über die 50 Meter lange Orientierungsstrecke mit Hindernissen bis hin zu Brandgeräuschen und Stroboskoplicht – hier wird nichts dem Zufall überlassen. „Wir können verschiedenste Sichteinschränkungen und psychische Belastung simulieren. Das ist essenziell, um Panik im Ernstfall zu vermeiden“, so Lorfing.

Der Durchlauf selbst gliedert sich in drei Stationen: Erst die Arbeitsmessgeräte mit Laufband und Endlosleiter, dann die Orientierungsstrecke, abschließend erneut körperliche Belastung. Alles unter ständiger Pulsüberwachung – gesteuert vom Leitstand aus. So lassen sich Leistungsdefizite erkennen und Trainingspläne individuell anpassen.

Mehr als Pflicht – ein Stück Sicherheit

Nach Feuerwehrdienstvorschrift 7 müssen Atemschutzgeräteträger jährlich eine Belastungs- und eine Einsatzübung absolvieren. Das klingt nüchtern – doch in Wahrheit ist es eine Lebensversicherung. Für die Einsatzkräfte selbst, aber auch für all jene, die sie retten. „Unsere alte Anlage hat 24 Jahre treue Dienste geleistet, doch eine Erneuerung war dringend notwendig“, erzählt Claudia Lorfing. „Heute stehen uns digitale Übungsprogramme zur Verfügung, die nach Altersgruppen differenzieren. Das ist ein enormer Zugewinn.“