Haftstrafe im Babymord-Prozess
Die 19-Jährige aus Niederwürschnitz, die im Januar ihr Neugeborenes getötet hat, muss vier Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Chemnitz verurteilte sie nach nur einem Verhandlungstag wegen Totschlags - eigentlich waren für den Fall drei Prozesstage angesetzt. Die junge Frau hatte gestanden, das Baby direkt nach der Geburt getötet zu haben. Sie habe ihre Ausbildung reibungslos fortsetzen und ihren Freund nicht verlieren wollen. Der Termin für eine Abtreibung sei überschritten gewesen. Sie habe die Schwangerschaft verdrängt und sei von der Geburt überrascht worden. Die Verteidigung hatte drei Jahre Haft beantragt, die Staatsanwaltschaft fünf Jahre. Die Polizei hatte die Tat bei der Suche nach der Mutter des toten Babys aus Schwarzenberg aufgedeckt. Die Ermittler waren eigentlich auf der Suche nach der Mutter eines anderen toten Neugeborenen, das Mitte Januar in einem Altkleidercontainer in Schwarzenberg im Erzgebirge gefunden worden war. Dabei erhielten sie einen Tipp, der zu der 19-Jährigen führte. Als die Frau nach anfänglichem Leugnen gestand, glaubten sich die Beamten am Ziel. Zu ihrem Entsetzen mussten sie aber feststellen, dass sie einem weiteren Verbrechen auf die Spur gekommen waren, von dem sie nicht wussten.Es soll nach einer Party passiert sein, einer Feier im März vergangenen Jahres; damals sei das Kind gezeugt worden, sagte die 19-Jährige unter Tränen. Eigentlich habe sie abtreiben wollen. Aber als alle Formalitäten erledigt waren und sie die nötigen Unterlagen beisammen hatte, war die Zeit verstrichen, in der das legal möglich gewesen wäre. Von da an habe sie die Schwangerschaft verdrängt.