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  • Die Grünen wollen in Chemnitz eine freiwillige Spendenoption beim Ticketkauf für Kultur prüfen lassen. Die Verwaltung sieht Chancen, nennt aber auch technische, personelle und rechtliche Hürden.

Grüne wollen Spenden für Kultur möglich machen

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Im Rathaus wird weiter gerechnet, geschoben, gesucht. Irgendwo muss ja noch etwas herkommen, wenn der Haushalt schon aussieht wie ein Mantel mit zu vielen leeren Taschen. Nächste Woche berät der Stadtrat über einen Vorschlag der Grünen. Die Idee: Wer ein Ticket für eine städtische Einrichtung kauft, soll künftig freiwillig ein paar Euro extra geben können. Nicht viel Aufhebens. Einfach ein zusätzlicher Klick für die Kultur.

Ein paar Euro obendrauf

Der Antrag der Grünen zielt auf eine Spendenoption beim Online-Ticketverkauf oder an den Bezahlsystemen der städtischen Kultureinrichtungen. Geprüft werden soll, ob das technisch und personell überhaupt machbar ist. Im Blick sind die Kunstsammlungen, das Museum für Naturkunde, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, der Tierpark und das Theater. Die Grünen können sich außerdem vorstellen, Spenden mit einem konkreten Zweck zu verbinden. Das alte Prinzip: Menschen geben eher etwas, wenn sie wissen, wofür.

Als Vorbild verweisen sie auf das Burgtheater in Wien. Dort können Besucher beim Ticketkauf freiwillig einen Betrag angeben. Das Geld fließt dann in bestimmte Projekte. So etwas schwebt den Grünen auch für Chemnitz vor. Bis spätestens 17. September soll die Verwaltung dazu eine Vorlage für den Kulturausschuss erarbeiten.

Die Verwaltung bremst nicht, aber sie winkt auch nicht durch

Die Stellungnahme aus dem Rathaus klingt, wie solche Stellungnahmen eben klingen. Zulässig. Abstimmungsfähig. Aber eben nicht mal eben gemacht. Die Verwaltung weist darauf hin, dass es schon heute Fördervereine, Freundeskreise und Patenschaften gibt, über die zweckgebundene Spenden möglich sind. Eine freiwillige Zahlung direkt beim Ticketkauf wäre dagegen zunächst nicht automatisch an einen festen Zweck gebunden.

Technik, Systeme, Aufwand

Und dann wird es so sachlich, wie es bei Kassensystemen nun einmal wird. In den Kunstsammlungen und im Tierpark läuft Beckerbillett. Dort wäre eine Spendenaufforderung technisch möglich. In anderen Einrichtungen sieht es anders aus. Im Kulturbetrieb mit Museum für Naturkunde, Stadtbibliothek und Volkshochschule ist eine solche Funktion laut Verwaltung ausgeschlossen. Bei den Theatern geht es derzeit ebenfalls nicht. Dazu kommen personelle, finanzielle und finanzrechtliche Fragen. Heißt unterm Strich: Die Idee steht im Raum. Aber bevor irgendwo ein Spendenknopf auftaucht, wird erst einmal geprüft, gerechnet und sortiert. Ganz klassisch Rathaus.