Grüne kritisieren Tillich für Asyl-Interview
Die Grünen haben den sächsischen Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) für Aussagen in einem Interview zum Thema Asyl kritisiert. Tillich hatte darin auch über Menschen gesprochen, die das Asylrecht missbrauchen. „Wenn schlimme Lebensumstände trotzdem nicht zur Anerkennung des Asylstatus führen, ist das noch lange kein Asylmissbrauch. Tillich muss aufpassen, dass er nicht zum Stichwortgeber für die von ihm kritisierten Rassisten wird“, erklärte Fraktionschef Volkmar Zschocke am Mittwoch. Ein Ministerpräsident solle Menschen, die aus Armut und vor Diskriminierung fliehen, keinen Missbrauch des Asylrechts unterstellen.Tillich hatte in dem Interview auch eine zentrale Unterbringung von Menschen angekündigt, die kaum eine Chance auf Asyl haben. In solchen Einrichtungen könnten Asylverfahren schnell bearbeitet und Abschiebungen organisiert werden. „Abschiebecamps ändern nichts am vorgeschriebenen Asylverfahren“, entgegnete Zschocke. „Sie schaffen lediglich Flüchtlinge zweiter Klasse. Wer will, dass Antragsteller ohne Chance wieder ausreisen, sollte lieber eine unabhängige Asylverfahrensberatung in den Erstaufnahmeeinrichtungen einrichten.“ Nach Ansicht von Zschocke fehlt in Sachsen noch immer ein Gesamtkonzept für die Erstaufnahme von Flüchtlingen.(DPA)