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Großdemo für Toleranz am Rathaus

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Fast 10.000 Teilnehmer betei­ligen sich laut Polizei am Stern­marsch für ein weltof­fenes Dresden. Sie strömten am Abend zum Rathaus­platz. Dieser war völlig überfüllt. Bunte Trans­pa­rente und - als Zeichen der Toleranz - weiße Ballons prägten das Bild.

Zeitgleich versam­melten sich knapp 10.000 Demons­tranten zu einer Kundge­bung von Pegida an der Skater­an­lage an der Lingner Allee und damit erneut mehr als in der Vorwoche. Sie protes­tierten gegen die ihrer Ansicht nach beste­henden Gefahr einer Islami­sie­rung Deutsch­lands.

Insge­samt 1.200 Polizisten aus fünf Bundes­län­dern waren bei beiden Demos im Einsatz. Nach mehreren Böller­würfen wurde die Identität von drei Demons­tranten aus beiden Lagern festge­stellt, sagte ein Polizei­spre­cher. Die Verdäch­tigen sind 17, 34 und 55 Jahre alt. Zudem wurde ein 25-Jähriger am Pirnai­schen Platz von hinten auf den Kopf geschlagen, er wurde ambulant versorgt. Der Täter konnte bei diesem Vorfall nicht ermit­telt werden. Der Innen­stadt­ver­kehr war für mehrere Stunden lahmge­legt. Dr.-Külz-Ring und St. Peters­burger Straße waren bis ca. 20.30 Uhr gesperrt.

Erstmals hatte ein breites Bündnis gesell­schaft­li­cher Gruppen unter dem Motto "Dresden für alle" zu der Toleranz-Demo aufge­rufen. An dem Stern­marsch betei­ligen sich Kirchen, Studenten und TU-Mitar­beiter, Gewerk­schaften, Parteien und Vereine. "Wir unter­stützen den Stern­lauf "Dresden für alle". Er ist das weltof­fene Gesicht Dresdens", betonte der stell­ver­tre­tende SPD-Frakti­ons­vor­sit­zende Henning Homann, der gemeinsam mit anderen SPD-Abgeord­neten und den Minis­te­rinnen Petra Köpping (Gleich­stel­lung und Integra­tion) und Eva-Maria Stange (Wissen­schaft und Kunst) beim Stern­lauf mitging. Grünen-Frakti­ons­chef Volkmar Zschocke unter­strich: "In erster Linie haben wir in Sachsen kein "Flücht­lings­pro­blem", sondern die Geflüch­tete haben das weitaus größere Problem vor Krieg, Verfol­gung oder Perspek­tiv­lo­sig­keit flüchten zu müssen." Schon am Wochen­ende hatten auch Minis­ter­prä­si­dent Stanislaw Tillich (CDU) und sein Stell­ver­treter Martin Dulig (SPD) zur Teilnahme an dem Stern­lauf aufge­rufen. An der Abschluss­kund­ge­bung nahmen u.a. auch Oberbür­ger­meis­terin Helma Orosz und Innen­mi­nister Markus Ulbig teil.

Audio:

TU-Rekot Hans Müller-Stein­hagen hören