• Foto: dpa Hendrik Schmidt

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Großaufgebot der Polizei sichert Chemnitzer Demos ab

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Mit einem Großaufgebot hat die Polizei dafür gesorgt, dass es zu den Demos in der Innenstadt am Samstag weitgehend friedlich blieb. Rund 270 Mitglieder und Sympathisanten der NPD-Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten waren durch die Stadt gezogen. Dem stellten sich etwa 1.300 Gegendemonstranten entgegen. An einer Demonstration des Studentenrats der Technischen Universität Chemnitz beteiligten sich laut Polizei weniger als hundert Personen.

Die Polizei war mit 2.200 Beamten im Einsatz, dabei kam Unterstützung aus Baden-Würtemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Außerdem sicherten 360 Bundespolizisten die An- und Abreise der Demo-Teilnehmer ab.

An mehreren Stellen trafen beide Seiten aufeinander. Dabei wurden unter anderem am Busbahnhof Böller gezündet. Die Polizei war mit Einsatzkräften aus mehreren Bundesländern angerückt und hielt die verschiedenen Lager auf Abstand.

Nach aktuellem Stand hat die Polizei fünf Strafanzeigen aufgenommen, darunter zwei Anzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Teilnehmer der Versammlung unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft" hatten verfassungswidrige Symbole auf der Bekleidung bzw. als Tätowierung zur Schau gestellt.

Weiterhin sind im Küchwald gegen 10.45 Uhr zivile Einsatzkräfte durch eine Personengruppe bedrängt worden. Die Beamten blieben unverletzt. Etwa 20 Personen wurden in der Schloßteichstraße kurze Zeit später einer Kontrolle unterzogen. Dabei wurden zwei Tatverdächtige (21, 22) identifiziert, gegen die nunmehr wegen Verdachts der Nötigung und Bedrohung ermittelt wird.

Kurz nach 15.00 Uhr waren im Park der Opfer des Faschismus zwei Personengruppen, offenbar aus den widerstreitenden Versammlungen aufeinandergetroffen. Dabei soll es zu Flaschen- und Steinwürfen gekommen sein. Verletzt wurde nach derzeitigem Stand niemand. Daraus resultierend wurden sieben Personen einer Kontrolle unterzogen.

Zeitgleich zu den Demonstrationen fand in der Innenstadt anlässlich des Kindertages ein Familienfest mit vielen einzelnen Veranstaltungen statt. Das massive Polizeiaufgebot sowie zahlreiche Straßensperrungen sorgten allerdings dafür, dass die Chemnitzer Innenstadt mit Bus und Bahn so gut wie nicht erreichbar war. Das wirkte sich auch auf das Kinderfest aus. Die Besucherzahlen dort hielten sich stark in Grenzen. Nach Angaben der Polizei kamen rund 2.200 Besucher zur Kindertags-Party. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) besuchte mit seiner Lebensgefährtin Annett Hofmann sowie der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) verschiedene Stände und kam mit Händlern auf dem Markt ins Gespräch. "Wir lassen uns jetzt nicht von Extremisten unsere Stimmung, unseren Ruf verderben", sagte Kretschmer. "Wir müssen die vernünftigen Menschen stärken", erklärte er. (mit dpa)