Demonstration mit Palästina-Flaggen in Dresden
Wegen der eskalierenden Gewalt in Nahost sind in Dresden am Freitag etwa 400 Menschen auf die Straße gegangen. Teilnehmer schwenkten auf der Prager Straße unter anderem Palästina-Fahnen. Bei einer spontanen Gegenprotestveranstaltung wurden etwa 25 Menschen gezählt.
„Als Gegendemonstranten mehrere israelische Fahnen zeigten und eine Flasche aus der genehmigten Demonstration heraus in Richtung der Gegendemonstranten geworfen wurde, trennte die Polizei die Lager. Dabei machte sich auch der Einsatz von Pfefferspray notwendig“, sagte ein Polizeisprecher am Abend.
Die Beamten hätten 25 Gegendemonstranten des Platzes verwiesen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Zudem seien neun Identitäten festgestellt und der mutmaßliche Werfer der Flasche ermittelt worden. Der 22-Jährige aus Syrien müsse mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.
Die Polizei und auch die Versammlungsleiterin forderten die Teilnehmer nach Angaben des Sprechers, teils mit Hilfe einer Dolmetscherin, mehrfach auf, Mindestabstände einzuhalten und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Daraufhin setzte ein großer Teil der Versammlungsteilnehmer die Auflagen der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung um.
Anlass des Protests war neben der eskalierenden Gewalt der Nakba-Tag (deutsch: Katastrophe), mit dem an Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern aus dem Gebiet des späteren Israels erinnert wird. Die israelische Unabhängigkeitserklärung erfolgte am 14. Mai 1948; die Palästinenser begehen den Nakba-Tag jedes Jahr am 15. Mai.