Gesundheitsämter kämpfen mit Ärztemangel
Die Gesundheitsämter in Sachsen schlagen Alarm: ihnen gehen zunehmend die Fachärzte aus. Der Grund: Viele Mediziner entscheiden sich lieber für einen Job im Krankenhaus, weil so dort mehr verdienen. Die Gehaltsunterschiede sind enorm. Bis zu 1.500 Euro können dazwischen liegen, sagt der Landesverband der Ärzte im öffentlichen Dienst. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Personalsituation in den Gesundheitsämtern. So sind zum Beispiel im Chemnitzer Gesundheitsamt von 20 Stellen derzeit nur 15 besetzt. Zwei weitere Abgänge aus Altersgründen stehen unmittelbar bevor. Der Landesverband fordert deshalb eine bessere Bezahlung für die Ärzte im öffentlichen Dienst, um die Jobs in den Gesundheitsämtern attraktiver zu machen. Die Ärzte werden zum Beispiel aktiv, wenn in Kitas oder Schulen ansteckende Krankheiten auftauchen. Auch die jährliche Schuluntersuchung und die Trinkwasserkontrolle gehört zu den Aufgaben der Ärzte im Gesundheitsamt. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, soll es nächsten Mittwoch in Dresden eine Protestkundgebung geben. Die Ärzte haben den Beamtenbund verlassen und wollen sich dem Marburger Bund anschließen. Dieser soll die Forderungen bei den kommunalen Arbeitgebern durchsetzen.