Gerettete Alpinisten sind zurück in Sachsen
Nach ihrer Rettung aus 2.400 Meter Höhe sind die zwei sächsischen Alpinisten wohlbehalten zurück in der Heimat. Schon heute sitzen die beiden Studenten wieder in den Vorlesungen der Bergakademie Freiberg. Vier Tage lang waren die 20-jährigen im Salzburger Land bei Schneetreiben in einer Berghütte gefangen - gestern holte sie ein Hubschrauber zurück ins Tal. Die jungen Männer waren gut ausgerüstet und haben auch deshalb überlebt - nur das Essen war zuletzt etwas knapp geworden. Die Einsatzkräfte konnten zunächst nichts für sie tun: Schlechte Sicht machte einen Hubschrauberflug unmöglich, ein stundenlanger Aufstieg mit Skiern war wegen Lawinengefahr zu riskant. In der Hütte gab es zwar keine Heizung, aber Schlafmöglichkeiten und einen Kocher, um Schnee zu schmelzen. "Sie sind hungrig, aber denen fehlt nichts", sagte der Leiter der Bergrettung Saalfelden, Bernd Tritscher, nach der Bergung. "Wir haben ihnen erstmal ein warmes Essen und ein Bier spendiert." Dann sei es ihnen wieder so gut gegangen, dass die Retter sie nach einer Befragung bei der Polizei zu ihrem Auto nach Hinterthal brachten. Mit einem Blick in den Wetterbericht wäre die ganze Aktion aus Sicht der Retter vermeidbar gewesen. Denn seit Tagen wird in weiten Teilen Österreichs vor hoher Lawinengefahr und schlechtem Wetter gewarnt. Doch die Deutschen checkten zuletzt vor einer Woche noch in ihrer Heimat das Wetter und nicht mehr vor dem Start: "Wir sind bei Lawinenwarnstufe zwei losgegangen und mit Aussicht auf gutes Wetter. Die Nachricht über den Schlechtwettereinbruch kam zu spät, das ist blöd gelaufen", gab Lutz zu. Am Freitag flüchteten sie vor dem Schlechtwetter in die Hütte und alarmierten am Samstagmorgen die Einsatzkräfte. Die Retter hatten mit den Männern immer wieder per Handy Kontakt und forderten sie am Montag auf, mit ihren Schneeschuhen einen Landeplatz für den Hubschrauber in den Schnee zu stampfen. Seit Freitag waren nach Angaben von Tritscher mehr als anderthalb Meter Neuschnee gefallen. Am Dienstag ließ das Wetter dann endlich einen Flug zu: Um 9 Uhr startete der Hubschrauber von Salzburg aus und flog direkt zu den Studenten. Sie hatten bereits gepackt und wiesen den Piloten nach telefonischer Kurzanleitung ein. Kosten kommen nach ihrem Bergabenteuer keine auf sie zu: "Den Hubschrauberflug zahlt das Innenministerium und damit der österreichische Steuerzahler", sagte Tritscher. Bei der schlechten Tourenplanung hat der erfahrene Retter Nachsicht: "Das war halt jugendlicher Leichtsinn - es ist ja Gott sei Dank alles gutgegangen."