Geplante Videoüberwachung sorgt für Zündstoff
Die Stadträte von CDU und FDP zeigen sich überrascht vom Sinneswandel der Oberbürgermeisterin beim Thema Videoüberwachung. Die Fraktionsgemeinschaft hatte nach den Zwischenfällen an der Zentralhaltestelle bereits einen Beschlussantrag dazu vorgelegt. Dass die Stadtspitze diesen Vorschlag nach anfänglichem Widerstand jetzt doch unterstütze, sei sehr zu begrüßen, so CDU-Fraktionschef Tino Fritzsche. Noch deutlicher wird CDU-Stadtrat Alexander Dierks. "Der jetzt von Frau Ludwig angeführte Gesetzentwurf auf Bundesebene ist aus unserer Sicht nichts weiter als ein Mittel zum Zweck, um nicht zugeben zu müssen, dass unser eingereichter Beschlussantrag die richtigen Schlüsse aus den Ereignissen zieht.„ Nach dem Willen der Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP soll dieser zum nächstmöglichen Termin, also im April, im Stadtrat beraten, beschlossen und durch die Verwaltung umgesetzt werden.Die geplante Videoüberwachung wird nach Ansicht der Stadträte allerdings nicht automatisch das Sicherheitsproblem an der Zentralhaltestelle lösen. Den Kameras müsse unmittelbar auch eine verstärkte Streifenpräsenz der Polizei folgen, fordert Ines Saborowski-Richter von der CDU. Sonst laufe die Überwachung ins Leere. Die AfD sieht die Videoüberwachung kritisch. Dadurch werde sich das Problem nur verlagern, so Fraktionschef Roland Katzer. Er fordert stattdessen eine konsequente Strafverfolgung und Abschiebung kriminell gewordener Asylbewerber. Die Zentralhaltestelle hat sich in letzter Zeit zu einem neuen Brennpunkt in der Chemnitzer Innenstadt entwickelt. Pöbeleien, Schlägereien und Diebstähle gehören inzwischen zum alltäglichen Bild in diesem Bereich. Nach Einschätzung von Ordnungsbürgermeister Miko Runkel handelt es sich bei den Auseinandersetzungen um ethnische Konflikte zwischen unterschiedlichen Gruppen, darunter Nordafrikaner, Syrer, Afghanen sowie Tschetschenen. Hinzu kommt ein deutsches Klientel, dass sich zu öffentlichen Trinkgelagen verabredet und nach den Worten der Oberbürgermeisterin für eine "zunehmende Verwahrlosung" sorgt.