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Gefährliche Afrika-Ameise erreicht Sachsen

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Die gefährliche Afrika-Ameise ist jetzt offenbar auch in unserer Region angekommen. Erste Exemplare wurden in einem Gartencenter in Coswig, aber auch in Dresden- Langebrück festgestellt. 

Fieser Winzling richtet schwere Schäden an

Die Ameisenart Tapinoma magnum richtet an Gebäuden und an Infrastruktur massive Schäden an, warnen die zuständigen Behörden. In der badischen Grenzstadt Kehl gab es bereits Strom- und Internetausfälle. Einzelne Nester können mit heißem Wasser oder mit Ameisenködern bekämpft werden. Dies sollte schnell erfolgen, weil die Tiere dazu neigen, große Superkolonien zu errichten. Die können mehrere Hektar groß sein. 

Wie ist die Tapinoma-Ameise zu erkennen

Tapinoma magnum ist rein schwarz, die Arbeiterinnen sind 2 bis 5 mm groß – es treten große und kleine Individuen auf. Tapinoma magnum schwärmt bei Störung am Nesteingang, z.B. beim hineinstochern mit einem Stöckchen, in großer Zahl aus und bildet mitunter mehrspurige, besonders bereite Ameisenstraßen. Nach dem Zerreiben von etwa 10 Ameisen sollte bei fast allen Individuen ein ranzig-buttriger, leicht säuerlicher Geruch auftreten.

Spricht nach dieser Prüfung alles für Tapinoma magnum und sind möglicherweise auch aus dem näheren Umfeld bereits Nachweise der Art bekannt, kann aus unserer mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von einem Vorkommen von Tapinoma magnum ausgegangen werden. Andernfalls kann zur Bestimmung der Art die Homepage www.insekten-sachsen.de genutzt werden oder die Betroffenen wenden sich direkt an einen Ameisenexperten.

Coswig sagt Killer-Ameisen den Kampf an 

Sollten Sie die Tapinoma magnum auf ihrem eigenen oder einem anderen Grundstück auch auf öffentlichen Straßen oder Grünanlagen feststellen, sollten Sie neben dem Grundstücksbesitzer, soweit bekannt, auch den Fachbereich Ordnungswesen der Stadt Coswig, Karrasstraße 3, 03523 66 325, ordnungswesen@stadt.coswig.de informieren. Wir wollen damit erreichen, dass die Bekämpfungsmaßnahmen auf allen Grundstücken zeitnah effizient durchgeführt werden.

„Helfen Sie mit, dass dieser Schädling, der auch Leitungen und Gebäude nachhaltig zerstören kann, schnellsten unschädlich gemacht wird“, sagt Olaf Lier, Fachbereichsleiter Ordnungswesen. 

Experte rechnet mit weiterer Verbreitung

Da in Gärten immer mehr mediterrane Pflanzen gesetzt werden oder Restaurants ihren Außenbereich gern mit Olivenbäumen schmücken, ist auch in Sachsen eine weite Verbreitung zu erwarten, sagt Bernhard Seifert, der ehemalige Leiter der Sektion Fluginsekten am Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz. Er hat mehrere Fachartikel zur Ameisengattung Tapinoma verfasst.