Gedenkstätte für Bombenopfer geschändet
Zwei Tage nach dem Gedenken an die Zerstörung von Chemnitz haben Unbekannte das Mahnmal auf dem Städtischen Friedhof geschändet. Sie schmierten Farbe auf die Gedenkstätte und sprühten politische Parolen auf die Mauer.
„Deutsche Täter sind keine Opfer“ ist dort unter anderem zu lesen. Kränze und Blumengebinde wurden zertrampelt. Nach Angaben der Polizei wird der Sachschaden auf rund 1000 Euro geschätzt. Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung.
Chemnitz war am 5. März 1945 bei alliierten Luftangriffen schwer zerstört worden. Allein an diesem Tag sind rund 2100 Menschen ums Leben gekommen. Anlässlich des 75. Jahrestag der Bombardierung war am Donnerstag mit einer Kranzniederlegung der Opfer gedacht worden.
Die Stadt erteilte dem Chemnitzer Bildhauer Hans Dittrich den Auftrag zur Errichtung eines Mahnmals zum Gedenken an die Opfer der Luftangriffe auf Chemnitz. Auf der Fläche vor dem Mahnmal fanden 1224 Bombenopfer ihre letzte Ruhestätte. Im Mittelpunkt der Plastik sieht man eine trauernde Frau mit dem toten Kind im Arm.
Darüber ist ein Gedicht Louis Fürnbergs zu lesen: „Es werden sich die Wunden schließen, die furchtbar der Barbar der Menschheit schlug und leuchtend wird das Frührot sich ergiessen über die Erden-Neuland unterm Pflug.“ 1992 wurde das Mahnmal restauriert.