Fußball-Boss Winkler: „Vereinssport ist kein 50. Geburtstag“
Der Sächsische Fußballverband will den Spielbetrieb unbedingt aufrecht erhalten. Wie das trotz Kontaktbeschränkungen gehen kann, will Präsident Hermann Winkler am Mittwochabend in einer Videoschalte mit den Kreisvorsitzenden besprechen. Danach soll es einen Termin im Sozialministerium geben, um den man sich derzeit bemühe, sagte Winkler unserem Sender. Bisher gebe es den aber noch nicht.
Problem ist, dass für den Amateursport dieselben Beschränkungen gelten wie für den privaten Bereich. Demnach dürfen sich nur zehn Menschen treffen, die nicht geimpft oder genesen sind. Wenn die Corona-Überlastungsstufe erreicht wird, bleiben ein Hausstand und eine weitere Person übrig.
„An jedem Wochenende finden in Sachsen etwa 2.000 Fußballspiele statt, das kann man – wie es Vereine teilweise am vergangenen Wochenende machen mussten - nicht einfach so abblasen“, sagte Winkler. Das sei eine Geringschätzung des ehrenamtlichen Engagements, wenn man „gleichgesetzt wird mit einer Geburtstagsfeier zum 50. in der Garage.“
„Offen gestanden bin ich ziemlich sauer, weil ich den Eindruck habe, wir schlittern jetzt in die vierte Welle genau wie in die erste Welle. Dabei haben wir doch viele kluge Menschen in den Instituten und Ministerien, die sich in den vergangenen 20 Monaten hätten Gedanken machen können, wo man hätte ansetzen müssen. Aber eben nicht beim Sport.“
Bliebe es bei der Einstufung, dass Sporttreiben in Vereinen Privatsache ist, würde der Sport zum Erliegen kommen, sagte Christian Dahms, Präsident des Landessportbundes. „Das wäre für alle in den Vereinen, ob Sportler, Haupt- oder Ehrenämtler, ein verheerendes Zeichen und käme einem Lockdown gleich.“ Die Regelung müsse anders ausgelegt werden.
Update 13:30 Uhr: Für Donnerstag hat die Landesregierung zu einem Gespräch mit Fußballverband, Landessportbund und weiteren Verbänden geladen.